UG gründen 2026: Anleitung Schritt für Schritt, Kosten und Dauer
Eine UG (haftungsbeschränkt) lässt sich mit nur einem Euro Stammkapital gründen – ideal für Gründer mit kleinem Budget. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie die UG-Gründung 2026 abläuft, was sie wirklich kostet und wie lange sie dauert.
- Kategorie
- Gründung
- Aktualisiert
- Autor:in
- Diana
Die UG (haftungsbeschränkt) – oft „Mini-GmbH" genannt – ist die günstigste Möglichkeit, eine Kapitalgesellschaft in Deutschland zu gründen. Statt 25.000 Euro wie bei der GmbH reicht theoretisch ein Euro Stammkapital. Das macht die UG attraktiv für Gründer mit kleinem Budget oder alle, die ein Geschäftsmodell erst günstig erproben wollen – doch die Buchhaltungspflichten sind ab Tag eins dieselben wie bei der GmbH.
Das Wichtigste in Kürze
- Stammkapital: ab 1 € möglich, realistisch 500–2.000 €. Muss vor der Handelsregister-Anmeldung vollständig und in bar eingezahlt sein (Sacheinlagen sind nach § 5a Abs. 2 GmbHG ausgeschlossen).
- Kosten: Solo-Gründung mit Musterprotokoll ab ca. 300–420 € an reinen Gebühren; mit eigenem Gesellschaftsvertrag 1.100–3.000 €.
- Dauer: typischerweise 2 bis 6 Wochen vom Notartermin bis zur Eintragung.
- Notar ist Pflicht: Der Gesellschaftsvertrag muss notariell beurkundet werden – seit August 2022 auch per Video.
- Rücklagepflicht: 25 % des Jahresüberschusses müssen einbehalten werden, bis Stammkapital + Rücklage 25.000 € erreichen.
- Buchführung: doppelte Buchführung, Bilanz und monatliche UStVA gelten sofort – wie bei jeder GmbH.
Was ist eine UG (haftungsbeschränkt)?
Die UG ist eine Sonderform der GmbH nach § 5a GmbHG. Als Kapitalgesellschaft haftet sie nur mit ihrem Gesellschaftsvermögen – dein Privatvermögen bleibt geschützt. Der wichtigste Unterschied zur GmbH: Das Mindeststammkapital beträgt 1 statt 25.000 Euro.
Rechtlich ist die UG eine vollwertige Kapitalgesellschaft. Sie kann Verträge schließen, Mitarbeiter einstellen, Kredite aufnehmen und klagen oder verklagt werden. Der Namenszusatz „(haftungsbeschränkt)" ist dabei Pflicht – er muss vollständig ausgeschrieben in Firmenname, Impressum, Rechnungen und Geschäftsbriefen stehen. Wer ihn weglässt, riskiert die persönliche Haftung gegenüber Vertragspartnern.
Ob UG oder doch gleich GmbH die bessere Wahl ist, hängt vom Kapital, dem Kundenkreis und den Wachstumsplänen ab. Den vollständigen Vergleich – inklusive Image, Rücklagepflicht und Umwandlung – findest du in UG oder GmbH im Vergleich.
Voraussetzungen für die UG-Gründung
Damit du eine UG gründen kannst, brauchst du:
- Mindestens einen Gesellschafter – eine natürliche oder juristische Person. Die Ein-Personen-UG ist ausdrücklich erlaubt.
- Einen Geschäftsführer – volljährig, geschäftsfähig und nicht wegen bestimmter Insolvenz- oder Wirtschaftsstraftaten vorbestraft. Gesellschafter und Geschäftsführer dürfen dieselbe Person sein.
- Einen eintragungsfähigen Firmennamen – mit dem Zusatz „UG (haftungsbeschränkt)".
- Einen Unternehmenssitz in Deutschland und einen klar umrissenen Unternehmensgegenstand.
- Ein Geschäftskonto auf den Firmennamen für die Einzahlung des Stammkapitals.
UG gründen: Schritt für Schritt
- Firmenname und Unternehmensgegenstand festlegen: Prüfe die Zulässigkeit des Namens am besten vorab bei der IHK. Der Gegenstand sollte weit genug gefasst sein, damit spätere Tätigkeiten abgedeckt sind.
- Gesellschaftsvertrag aufsetzen: Nutze das vereinfachte Musterprotokoll (bis zu 3 Gesellschafter, 1 Geschäftsführer) oder einen individuell gestalteten Vertrag.
- Notartermin & Beurkundung: Der Gesellschaftsvertrag muss notariell beurkundet werden. Seit August 2022 geht das auch per Videokonferenz.
- Geschäftskonto eröffnen & Stammkapital einzahlen: Das gesamte Stammkapital muss – vollständig und in bar – auf dem Gesellschaftskonto liegen, bevor der Notar die Anmeldung beim Handelsregister einreicht.
- Handelsregister-Eintragung: Das Amtsgericht trägt die UG ins Handelsregister ein. Erst dann ist die Gesellschaft rechtlich existent – vorher haftest du als „UG in Gründung" persönlich.
- Gewerbeanmeldung: Beim zuständigen Gewerbeamt anmelden. Als Kapitalgesellschaft ist die UG immer gewerblich – auch wenn die Tätigkeit inhaltlich freiberuflich wäre.
- Steuerliche Erfassung: Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung elektronisch über ELSTER beim Finanzamt einreichen. Danach erhältst du die Steuernummer und ggf. die USt-IdNr.
Musterprotokoll oder individueller Gesellschaftsvertrag?
Das Musterprotokoll ist ein gesetzlich vorgegebenes Standarddokument (§ 2 Abs. 1a GmbHG), das Gesellschaftsvertrag, Geschäftsführerbestellung und Gesellschafterliste in einem Dokument bündelt. Es senkt die Notarkosten deutlich, weil § 105 Abs. 6 GNotKG hier den sonst üblichen Mindestgeschäftswert von 30.000 € ausschließt – die Gebühren werden auf dein tatsächliches Stammkapital berechnet.
Das Musterprotokoll ist aber nur zulässig, wenn deine UG maximal drei Gesellschafter und genau einen Geschäftsführer hat und du keine eigenen Regelungen brauchst. Sobald du Vesting-Klauseln, mehrere Geschäftsführer, eine Holding-Struktur oder besondere Stimmrechte willst, brauchst du einen individuellen Gesellschaftsvertrag – und damit greift wieder der 30.000-€-Mindestgeschäftswert beim Notar.
| Kriterium | Musterprotokoll | Individueller Vertrag |
|---|---|---|
| Gesellschafter | max. 3 | beliebig |
| Geschäftsführer | genau 1 | beliebig |
| Eigene Regelungen | nicht möglich | frei gestaltbar |
| Notarkosten | niedrig (auf Stammkapital) | höher (ab 30.000 € Wert) |
| Geeignet für | einfache Solo-/Team-Gründung | Investoren, Holding, Vesting |
Faustregel: Für die typische Solo- oder Zwei-Personen-Gründung reicht das Musterprotokoll. Planst du Investorenrunden oder eine Holding, spar dir die spätere Umstrukturierung und starte gleich mit individuellem Vertrag.
Was kostet die UG-Gründung?
Die Gründungskosten teilen sich in einmalige Gebühren und das Stammkapital (das keine Kosten sind, sondern eine Einlage in dein eigenes Unternehmen). Anders als bei der GmbH skalieren die Notarkosten beim Musterprotokoll mit deinem tatsächlichen Stammkapital nach unten.
| Posten | Musterprotokoll, 1 Gesellschafter | Musterprotokoll, 2–3 Gesellschafter | Eigener Vertrag |
|---|---|---|---|
| Notar (Beurkundung) | ~60–120 € | ~150–220 € | ~380–600 € |
| Notar (HR-Anmeldung) | ~40–80 € | ~60–120 € | ~80–160 € |
| Handelsregister-Eintragung | 150 € | 150 € | 150 € |
| Bundesanzeiger | ~1–5 € | ~1–5 € | ~1–5 € |
| Gewerbeanmeldung | 15–65 € | 15–65 € | 15–65 € |
| Beratung (optional) | 0 € | 0 € | 500–2.000 € |
| Summe Gründungskosten | ~270–420 € | ~380–560 € | ~1.130–2.980 € |
Die Handelsregister-Eintragung kostet pauschal 150 € – unabhängig vom Stammkapital, bezahlt per Vorschussrechnung des Amtsgerichts etwa zwei Wochen nach dem Notartermin. Die Gewerbeanmeldung variiert je Kommune: Berlin 26 €, München 50 €, Hamburg 20 €, kleinere Gemeinden oft 15–25 €.
Beispielrechnung: Solo-UG mit 500 € Stammkapital
Jonas gründet allein eine UG für seine Webdesign-Tätigkeit. Er nutzt das Musterprotokoll, zahlt 500 € Stammkapital ein und eröffnet ein Geschäftskonto mit Promo-Zeitraum.
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Notar (Beurkundung + HR-Anmeldung, Musterprotokoll) | ~130 € |
| Handelsregister-Eintragung | 150 € |
| Bundesanzeiger | 3 € |
| Gewerbeanmeldung Berlin | 26 € |
| Geschäftskonto (Promo) | 0 € |
| Summe Gründungskosten | ~309 € |
| Stammkapital-Einzahlung (Einlage) | 500 € |
Reale Out-of-Pocket-Kosten: rund 310 €. Wichtig: Sobald die UG eingetragen ist, gehen die 309 € Gründungskosten direkt vom Stammkapital ab – Jonas hat danach effektiv nur noch 191 € liquide Mittel in der UG. Genau deshalb empfehlen Praktiker, mit mindestens 1.000 € Stammkapital zu starten.
Wie lange dauert die UG-Gründung?
Von der Vorbereitung bis zur Eintragung vergehen typischerweise 2 bis 6 Wochen. Die einzelnen Etappen:
| Phase | Dauer |
|---|---|
| Vorbereitung (Name, Vertrag, Konto) | wenige Tage bis 1 Woche |
| Notartermin vereinbaren | wenige Tage bis 2 Wochen |
| Beurkundung + Stammkapital einzahlen | 1 Tag |
| Handelsregister-Eintragung | 2–4 Wochen |
| Gewerbe- & Steuerregistrierung | parallel, 1–4 Wochen |
Beschleunigen kannst du vor allem die Vorbereitung: Konto vorher eröffnen, Stammkapital direkt nach der Beurkundung überweisen (der Notar wartet auf den Einzahlungsbeleg, bevor er die HR-Anmeldung freigibt) und alle Unterlagen vollständig zum Termin mitbringen.
Stammkapital: ab 1 €, realistisch 500–2.000 €
Das Stammkapital ist kein Kostenposten, sondern eine Einlage in dein eigenes Unternehmen. Theoretisch reicht 1 € – praktisch wäre das riskant, denn allein die Gründungsgebühren von rund 300 € werden direkt aus dem Stammkapital bezahlt. Sinnvolle Untergrenze: 500 €, besser 1.000–2.000 €.
Bei der UG-Einzahlung gelten strengere Regeln als bei der GmbH:
- Voll-Einzahlung Pflicht: Das gesamte Stammkapital muss vor der HR-Anmeldung auf dem Konto sein (bei der GmbH reichen zunächst 50 %).
- Nur Bareinlagen: § 5a Abs. 2 GmbHG schließt Sacheinlagen aus – einen Laptop oder ein Auto kannst du nicht als Stammkapital einbringen.
- Frei verwendbar nach Eintragung: Sobald die UG im Handelsregister steht, darfst du das Geld sofort für Software, Miete, Equipment oder Marketing ausgeben.
Mehr zu Einzahlung, Verwendung und Erhöhung liest du im Detailartikel zum Stammkapital der GmbH – die Regeln gelten sinngemäß auch für die UG.
Die 25 %-Rücklagepflicht – der eigentliche Preis der UG
Der Posten, den UG-Gründer am meisten unterschätzen: Nach § 5a Abs. 3 GmbHG musst du ein Viertel deines Jahresüberschusses (abzüglich Verlustvorträge) in eine gesetzliche Rücklage einstellen. Dieses Geld darfst du nicht ausschütten, sondern nur für eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln oder zum Verlustausgleich verwenden.
Sobald Rücklage und Stammkapital zusammen 25.000 € erreichen, endet die Pflicht – und du kannst per Kapitalerhöhung und Satzungsänderung auf eine reguläre GmbH umfirmieren. Automatisch passiert das nicht; es braucht einen Notartermin und einen Handelsregister-Eintrag. Wie das genau abläuft und was es kostet, steht in UG in GmbH umwandeln. Bei 20.000 € Jahresgewinn dauert es rein rechnerisch etwa fünf Jahre, bis die Schwelle erreicht ist – plane die 25 % als echtes, nicht entnehmbares Geld ein.
Laufende Pflichten und Kosten ab Tag 1
Die Gründungsgebühren sind der einfache Teil. Als Kapitalgesellschaft unterliegt die UG von Anfang an der Buchführungspflicht nach HGB – unabhängig von Umsatz oder Mitarbeiterzahl:
- Doppelte Buchführung statt einfacher EÜR
- Jahresabschluss (Bilanz + Gewinn-und-Verlust-Rechnung)
- Umsatzsteuervoranmeldung – in den ersten beiden Jahren monatlich, danach je nach Steuerlast
- Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung – jährlich
- Offenlegung des Jahresabschlusses im Bundesanzeiger
Steuerlich zahlt die UG dasselbe wie eine GmbH: 15 % Körperschaftsteuer + 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf + Gewerbesteuer (je nach Hebesatz ca. 7–17 %) – zusammen rund 30 % Belastung, und zwar vor der 25 %-Rücklage. Wie du die Belastung senkst, zeigt der Ratgeber zur Gewerbesteuer für GmbH und UG.
Der größte laufende Kostenhebel ist die Buchhaltung: Eine vollbetreute UG-Buchhaltung beim Steuerberater kostet 150–300 € pro Monat, der Jahresabschluss zusätzlich 800–2.500 €. Wer die laufende Buchhaltung mit Software selbst macht, spart genau diesen Posten.
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Die Gründung für 1 Euro ist ein Mythos – das akzeptiert weder der Notar noch das Handelsregister. Realistisch zahlst du mindestens rund 500 Euro Stammkapital ein. Aber das ist gar nicht der eigentliche Kostenpunkt: Der liegt in der deutlich teureren Buchhaltung beim Steuerberater, die eine UG von Tag eins an braucht.
Peter BoykoGründer von NormanHäufige Fragen (FAQ)
Kann ich eine UG allein gründen?
Ja. Die Ein-Personen-UG ist ausdrücklich zulässig – ein Gesellschafter genügt, und er darf gleichzeitig alleiniger Geschäftsführer sein. Das Musterprotokoll ist auf diesen Fall zugeschnitten und macht die Solo-Gründung besonders günstig.
Was kostet eine UG-Gründung wirklich?
Mit Musterprotokoll und einem Gesellschafter liegst du bei rund 270–420 € an reinen Gebühren (Notar, Handelsregister, Bundesanzeiger, Gewerbeanmeldung). Bei zwei bis drei Gesellschaftern sind es 380–560 €, mit individuellem Gesellschaftsvertrag und Beratung 1.100–3.000 €. Dazu kommt das Stammkapital ab 1 € – das aber weiterhin deiner UG gehört.
Wie lange dauert die UG-Gründung?
In der Regel 2 bis 6 Wochen. Am längsten dauert die Eintragung ins Handelsregister (2–4 Wochen nach dem Notartermin). Die Wartezeit auf einen Notartermin und die Bearbeitung beim Amtsgericht bestimmen das Tempo.
Kann ich die UG online gründen?
Ja. Seit August 2022 ist die notarielle Beurkundung per Videokonferenz möglich. Du brauchst keinen Vor-Ort-Termin mehr – Identifizierung und Unterschrift laufen digital über die Notar-Plattform. Der Notar reicht die Anmeldung anschließend wie gewohnt beim Handelsregister ein.
Wie viel Stammkapital braucht die UG?
Gesetzlich reicht 1 €. Praktisch solltest du mindestens 500 €, besser 1.000–2.000 € ansetzen, damit die Gründungsgebühren gedeckt sind und die UG nach der Eintragung nicht sofort zahlungsunfähig ist. Das gesamte Kapital muss in bar und vollständig vor der HR-Anmeldung eingezahlt werden.
Brauche ich für die UG-Gründung einen Notar?
Ja. Ohne notarielle Beurkundung des Gesellschaftsvertrags kann keine UG entstehen – das ist gesetzlich vorgeschrieben. Der Notar beurkundet den Vertrag und meldet die UG beim Handelsregister an.
Muss ich „(haftungsbeschränkt)" immer angeben?
Ja. Der Zusatz „(haftungsbeschränkt)" muss vollständig ausgeschrieben im Firmennamen, auf Rechnungen, im Impressum und in Geschäftsbriefen erscheinen. Kürzt du ihn ab oder lässt ihn weg, kannst du gegenüber Vertragspartnern persönlich haften.
UG mit Norman gründen: Starte den geführten Ablauf direkt in Norman, verbinde Norman mit Claude oder nutze die Norman-App in ChatGPT. UG-Gründung mit Norman starten.
Fazit
Die UG ist ein günstiger und rechtlich vollwertiger Einstieg in die Welt der Kapitalgesellschaften: Haftungsbeschränkung ab wenigen Hundert Euro, gegründet in wenigen Wochen. Der Preis dafür sind die 25 %-Rücklagepflicht und die vollen Buchführungs- und Steuerregeln einer GmbH – von Tag eins an. Wer diese Pflichten sauber erfüllt, legt das Fundament für nachhaltiges Wachstum bis zur GmbH.
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