GmbH Stammkapital 2026: 25.000 €, davon 12.500 € vor der Anmeldung
Eine GmbH braucht 25.000 € Stammkapital. Vor der Anmeldung zum Handelsregister müssen mindestens 12.500 € auf dem Geschäftskonto sein, und auf jeden Geschäftsanteil ein Viertel. Mit Rechenbeispielen für ein bis drei Gesellschafter, Ablauf der Einzahlung, Buchung und den Fehlern, die die Einlage kosten.
- Kategorie
- Gründung
- Aktualisiert
- Autor:in
- Diana Chebotareva
Eine GmbH braucht mindestens 25.000 € Stammkapital (§ 5 Abs. 1 GmbHG). Vor der Anmeldung zum Handelsregister müssen davon mindestens 12.500 € auf dem Geschäftskonto der GmbH eingegangen sein, und zwar so, dass auf jeden Geschäftsanteil mindestens ein Viertel eingezahlt ist (§ 7 Abs. 2 GmbHG).
Das Wichtigste in Kürze
- Mindestkapital: 25.000 €, für jede GmbH, auch mit nur einem Gesellschafter. Eine Obergrenze gibt es nicht.
- Vor der Anmeldung: mindestens 12.500 € insgesamt und mindestens 25 % auf jeden Geschäftsanteil. Beide Regeln gelten gleichzeitig.
- Ab 50.000 € Stammkapital entscheidet die Viertel-Regel: Bei 100.000 € musst du vor der Anmeldung 25.000 € einzahlen.
- Verwendung: Nach der Eintragung darf die GmbH das Geld für alles ausgeben, was dem Geschäft dient. Verboten sind Zahlungen an Gesellschafter, die das Stammkapital angreifen (§ 30 GmbHG).
- Falsche Versicherung: Wer gegenüber dem Registergericht falsche Angaben zur Einzahlung macht, riskiert bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe (§ 82 GmbHG).
- UG statt GmbH: ab 1 €, aber voll in bar und mit 25 % Gewinnrücklage, bis 25.000 € erreicht sind (§ 5a GmbHG).
Stammkapital, Stammeinlage, Startkapital: die Begriffe
- Stammkapital ist die Summe aller Geschäftsanteile im Gesellschaftsvertrag, mindestens 25.000 €. In der Bilanz heißt es „Gezeichnetes Kapital“.
- Stammeinlage ist das, was ein einzelner Gesellschafter für seinen Geschäftsanteil einzahlt. Jeder Anteil muss auf volle Euro lauten (§ 5 Abs. 2 GmbHG).
- Startkapital und Gründungskapital sind keine Rechtsbegriffe. Gemeint ist meist das Geld, das du für den Start insgesamt brauchst: Stammkapital plus Gründungskosten plus Liquidität für die ersten Monate.
Mehr als 25.000 € sind erlaubt und manchmal sinnvoll, etwa wenn Banken oder große Kunden auf das Eigenkapital schauen. Bedenke aber: Mit dem Stammkapital steigen auch die Notarkosten, und jede spätere Herabsetzung ist aufwendig.
Wie viel musst du vor der Anmeldung einzahlen?
§ 7 Abs. 2 GmbHG verlangt zwei Dinge gleichzeitig:
- Auf jeden Geschäftsanteil ist mindestens ein Viertel des Nennbetrags eingezahlt.
- Insgesamt sind mindestens 12.500 € eingezahlt, die Hälfte des Mindeststammkapitals.
Der Geschäftsführer versichert dem Registergericht, dass die Einlagen bewirkt sind und endgültig zu seiner freien Verfügung stehen (§ 8 Abs. 2 GmbHG).
Rechenbeispiele: Was jeder Gesellschafter einzahlt
| Gründung | Stammkapital | Pflicht je Anteil (25 %) | Vor der Anmeldung insgesamt | Typische Aufteilung |
|---|---|---|---|---|
| 1 Gesellschafter | 25.000 € | 6.250 € | 12.500 € | 12.500 € |
| 2 Gesellschafter, je 50 % | 25.000 € | je 3.125 € | 12.500 € | je 6.250 € |
| 3 Gesellschafter, 50/30/20 % | 25.000 € | 3.125 / 1.875 / 1.250 € | 12.500 € | 6.250 / 3.750 / 2.500 € |
| 2 Gesellschafter, je 50 % | 50.000 € | je 6.250 € | 12.500 € | je 6.250 € |
| 2 Gesellschafter, je 50 % | 100.000 € | je 12.500 € | 25.000 € | je 12.500 € |
So liest du die Tabelle: Bei 25.000 € Stammkapital ergeben die Viertel nur 6.250 €, deshalb entscheidet die 12.500-€-Grenze. Bei 50.000 € sind beide Grenzen genau gleich. Darüber entscheidet die Viertel-Regel, und du zahlst mehr als 12.500 € vor der Anmeldung ein.
Die Aufteilung nach Beteiligung ist üblich, aber keine Pflicht. Zahlt ein Gesellschafter mehr als sein Viertel, muss trotzdem jeder andere sein eigenes Viertel leisten.
Stammkapital einzahlen: der Ablauf in sechs Schritten
- Gesellschaftsvertrag beurkunden. Erst beim Notar entsteht die „GmbH in Gründung“. Mit dem Musterprotokoll geht das für bis zu drei Gesellschafter und einen Geschäftsführer am günstigsten.
- Geschäftskonto eröffnen. Das Konto läuft auf die „GmbH in Gründung“, die Bank braucht dafür die Urkunde. Unsere Auswertung der Bankverbindungen in Norman (Daten bis September 2026) zeigt, wo Kapitalgesellschaften ihr Konto führen: Rund 31 % der UGs und GmbHs haben ein Qonto-Konto verbunden, rund 15 % eines bei der Sparkasse, rund 14 % bei Finom und rund 11 % bei Vivid. Die Stichprobe bildet digital arbeitende Unternehmen ab und überzeichnet Neobanken. Mehr dazu im Banken-Monitor und im Ratgeber zum GmbH-Geschäftskonto. Mit dem Code NORMAN50 bekommst du bei Qonto 50 € Bonus aufs Konto.
- Überweisen. Jeder Gesellschafter überweist seine Einlage von seinem eigenen Konto, mit einem Verwendungszweck wie „Stammeinlage Geschäftsanteil Nr. 1, Max Muster“. Bargeld am Schalter macht den Nachweis nur schwerer.
- Nachweis holen. Ein Kontoauszug oder eine Bankbestätigung zeigt Eingang, Betrag und Einzahler. Viele Registergerichte verlangen ihn, andere nur auf Nachfrage.
- Versicherung abgeben. Der Geschäftsführer versichert in der Handelsregisteranmeldung, dass die Einlagen geleistet sind und ihm zur freien Verfügung stehen.
- Anmelden. Der Notar reicht die Anmeldung elektronisch beim Handelsregister ein. Bis zur Eintragung vergehen meist 2 bis 6 Wochen.
Fehler, die dich die Einlage doppelt kosten
| Fehler | Was passiert | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Die GmbH kauft kurz nach der Einzahlung deinen Laptop oder dein Auto mit dem eingezahlten Geld | Verdeckte Sacheinlage: Deine Bareinlage gilt als nicht geleistet, angerechnet wird nur der Wert des Gegenstands, den du beweisen musst | § 19 Abs. 4 GmbHG |
| Das Geld fließt als Darlehen sofort an dich zurück | Hin- und Herzahlen: Die Einlage gilt nur als erfüllt, wenn der Rückzahlungsanspruch vollwertig und jederzeit fällig ist und du es bei der Anmeldung offenlegst | § 19 Abs. 5 GmbHG |
| Der Geschäftsführer versichert eine Einzahlung, die nicht oder nicht frei verfügbar da ist | Geldstrafe oder bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe, dazu Haftung für den Schaden der GmbH | § 82 Abs. 1 Nr. 1, § 9a GmbHG |
| Rückzahlung an Gesellschafter, obwohl das Vermögen unter das Stammkapital fällt | Der Gesellschafter muss die Zahlung erstatten, der Geschäftsführer haftet mit | § 30, § 31, § 43 Abs. 3 GmbHG |
Die Regel dahinter: Eine Bareinlage soll wirklich als Geld in der GmbH ankommen und dort bleiben, bis die GmbH es für ihre eigenen Zwecke ausgibt. Wer einen Gegenstand einbringen will, macht das offen als Sacheinlage.
Bar- oder Sacheinlage?
| Kriterium | Bareinlage | Sacheinlage |
|---|---|---|
| Was eingebracht wird | Geld auf das Gesellschaftskonto | Maschinen, Fahrzeuge, Patente, Software |
| Vor der Anmeldung | mind. 25 % je Anteil, 12.500 € gesamt | voll geleistet (§ 7 Abs. 3 GmbHG) |
| Nachweis | Kontoauszug oder Bankbestätigung | Sachgründungsbericht (§ 5 Abs. 4 GmbHG) und Wertnachweise |
| Musterprotokoll | ja | nein, nur mit eigener Satzung |
| Bei der UG | Pflicht | ausgeschlossen (§ 5a Abs. 2 GmbHG) |
Die Sacheinlage muss im Gesellschaftsvertrag stehen, und das Registergericht prüft ihren Wert. Ist der Gegenstand weniger wert als der Anteil, zahlt der Gesellschafter die Differenz in Geld nach (§ 9 GmbHG). Für die meisten Gründer ist die Bareinlage deshalb der schnellere Weg.
Wofür darfst du das Stammkapital ausgeben?
Das Stammkapital liegt nicht eingefroren auf dem Konto. Nach der Eintragung ist es Betriebsvermögen wie jedes andere: Miete, Laptop, Software, Marketing und ein angemessenes Geschäftsführergehalt darfst du daraus bezahlen. Die Gründungskosten trägt die GmbH beim Musterprotokoll bis 300 €; wie du sie absetzt, steht im Ratgeber zu den Gründungskosten der GmbH.
Die Grenze zieht § 30 GmbHG: Kein Geld an Gesellschafter, wenn dadurch das Reinvermögen unter das Stammkapital fällt. Dazu zählen auch versteckte Wege wie ein überhöhtes Gehalt für den Gesellschafter-Geschäftsführer, private Ausgaben über die Firma oder ein Darlehen an dich ohne marktübliche Zinsen und Sicherheiten. Steuerlich wird daraus oft eine verdeckte Gewinnausschüttung.
Stammkapital in der Buchhaltung
Das Gezeichnete Kapital steht immer mit dem vollen Nennbetrag in den Büchern, auch wenn erst die Hälfte eingezahlt ist. Für eine GmbH mit 25.000 € Stammkapital, bei der zwei Gesellschafter je 6.250 € einzahlen:
| Vorgang | SKR03 | SKR04 | Betrag |
|---|---|---|---|
| Einzahlung der Gesellschafter | 1200 Bank an 0800 Gezeichnetes Kapital | 1800 Bank an 2900 Gezeichnetes Kapital | 12.500 € |
| Noch nicht eingeforderte Hälfte | Ausstehende Einlagen, nicht eingefordert, an 0800 Gezeichnetes Kapital | Ausstehende Einlagen, nicht eingefordert, an 2900 Gezeichnetes Kapital | 12.500 € |
In der Bilanz setzt du den nicht eingeforderten Teil offen vom Gezeichneten Kapital ab (§ 272 Abs. 1 HGB):
| Passiva: Eigenkapital | Betrag |
|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | 25.000 € |
| abzüglich nicht eingeforderte ausstehende Einlagen | − 12.500 € |
| Eingefordertes Kapital | 12.500 € |
Fordert die Gesellschafterversammlung den Rest ein, wird er zur Forderung der GmbH gegen die Gesellschafter, bis das Geld eingeht. Die erste Bilanz mit diesen Zahlen ist die Eröffnungsbilanz, die das Finanzamt elektronisch als E-Bilanz verlangt.
Wenn Verluste das Kapital aufzehren
- Hälfte verloren: Zeigt eine Bilanz, dass die Hälfte des Stammkapitals verloren ist, muss der Geschäftsführer unverzüglich die Gesellschafterversammlung einberufen (§ 49 Abs. 3 GmbHG).
- Zahlungsunfähig: Insolvenzantrag spätestens nach drei Wochen (§ 15a Abs. 1 InsO).
- Überschuldet: Insolvenzantrag spätestens nach sechs Wochen (§ 15a Abs. 1 InsO).
Entscheidend ist das bilanzielle Eigenkapital, nicht der Kontostand. Wer jeden Monat bucht, sieht die Schwelle kommen, statt sie erst im Jahresabschluss zu entdecken.
GmbH oder UG: der Unterschied beim Stammkapital
| Merkmal | GmbH | UG (haftungsbeschränkt) |
|---|---|---|
| Mindeststammkapital | 25.000 € | 1 € |
| Einzahlung vor der Anmeldung | mind. 12.500 € und 25 % je Anteil | voll, nur in bar |
| Sacheinlage | möglich | ausgeschlossen |
| Gewinnrücklage | freiwillig | 25 % des Jahresüberschusses, bis das Stammkapital 25.000 € erreicht |
| Wechsel zur GmbH | entfällt | Kapitalerhöhung auf 25.000 €, der Name UG darf bleiben (§ 5a Abs. 5 GmbHG) |
In der Praxis gründet kaum jemand eine UG mit 1 €: Die Notare akzeptieren das nicht, und die Gründungskosten fressen das Kapital sofort auf. Wie viel sinnvoll ist, steht im Ratgeber UG gründen. Später stockst du mit einer Kapitalerhöhung auf und wandelst die UG in eine GmbH um.
So erledigst du das mit Norman
- Gründung starten. Unter „Firmengründung“ wählst du GmbH, den Firmennamen und den Unternehmensgegenstand. Norman sucht im Handelsregister nach ähnlichen Namen.
- Gesellschafter und Stammkapital eintragen. Du gibst Gesellschafter, Anteile und Stammkapital ein, Norman prüft, ob das Musterprotokoll für deine Daten passt. Mit „Dokumente erstellen“ bekommst du Musterprotokoll und Gesellschafterliste als PDF und Word-Datei.
- Notar anfragen. Mit „Notar-Matching anfragen“ findet das Norman-Team ein Notariat, vor Ort oder online, und koordiniert den Termin.
- Konto und Einzahlung abhaken. In der Gründungs-Checkliste vergleichst du mit „Angebote ansehen“ die Geschäftskonten unserer Bankpartner und hakst Einzahlung, Nachweis und HRB-Nummer ab.
- Buchhaltung ab Tag eins. Mit „Fragebogen ausfüllen“ übermittelst du den Fragebogen über ELSTER, danach die Eröffnungsbilanz. Norman verbucht die Einzahlung GoBD-konform, und du siehst dein Eigenkapital laufend.
Was es kostet: Die Gründungsbegleitung ist kostenlos. Mit dem Startup-Paket bekommst du für einmalig 199 € zusätzlich 12 Monate Norman Max: UStVA, Körperschaft- und Gewerbesteuer und den Jahresabschluss mit E-Bilanz, den du direkt aus der App einreichst. Danach kostet Max 39 € im Monat bei jährlicher Zahlung, beim Steuerberater zahlst du für die Buchhaltung allein oft 200–800 € im Monat. GmbH mit Norman gründen.
Änderungsprotokoll
- Oktober 2026: Rechenbeispiele für ein bis drei Gesellschafter und für Stammkapital über 25.000 €, Ablauf der Einzahlung in sechs Schritten, Fehler mit Folgen (§ 19 Abs. 4 und 5, § 82 GmbHG), Buchung mit SKR03 und SKR04 und Bilanzausweis nach § 272 HGB, Insolvenzantragsfristen nach § 15a InsO, Bankdaten und Gründung mit Norman ergänzt.
Häufige Fragen
- Ist Startkapital dasselbe wie Stammkapital?
- Nein. Stammkapital ist der Betrag im Gesellschaftsvertrag, mindestens 25.000 €. Startkapital meint das Geld, das du für den Start insgesamt brauchst: das Stammkapital plus Gründungskosten und Liquidität für die ersten Monate.
- Wie viel muss jeder Gesellschafter bei einer GmbH mit 2 Personen einzahlen?
- Bei 25.000 € Stammkapital und je 50 % hält jeder einen Anteil von 12.500 €. Pflicht sind je 3.125 €, zusammen aber mindestens 12.500 €. In der Praxis zahlt deshalb jeder 6.250 € ein.
- Muss das Stammkapital bei der Gründung auf dem Konto bleiben?
- Nur bis zur Anmeldung muss es zur freien Verfügung des Geschäftsführers stehen. Danach darfst du es für die Geschäfte der GmbH ausgeben. Verboten sind nur Rückzahlungen an Gesellschafter, die das Stammkapital angreifen (§ 30 GmbHG).
- Wie zahle ich später zusätzliches Geld in die GmbH ein?
- Ohne Kapitalerhöhung als freiwillige Einlage in die Kapitalrücklage (§ 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB) oder als Gesellschafterdarlehen, das die GmbH zurückzahlen muss. Für mehr Stammkapital brauchst du eine notarielle Kapitalerhöhung.
- Kann ich die GmbH mit 12.500 € gründen?
- Du kannst sie mit 12.500 € auf dem Konto anmelden, das Stammkapital bleibt aber 25.000 €. Die offene Hälfte schuldest du der GmbH weiter, die Gesellschafterversammlung kann sie jederzeit einfordern.
- Wann muss die zweite Hälfte des Stammkapitals eingezahlt werden?
- Wenn die Gesellschafterversammlung sie einfordert (§ 46 Nr. 2 GmbHG) oder der Gesellschaftsvertrag einen Termin nennt. Ein gesetzliches Datum gibt es nicht; in der Insolvenz fordert der Insolvenzverwalter den Rest ein.
GmbH mit Norman gründen: kostenlos bis zur Eintragung
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