Skonto auf Rechnung 2026: So gewährst du als Selbstständiger oder GmbH den Skonto richtig
Wie du Skonto 2026 rechtssicher auf Rechnungen formulierst, berechnest, in der Buchhaltung darstellst und nach § 17 UStG umsatzsteuerlich korrigierst, für Selbstständige und GmbH.
- Kategorie
- Rechnungen
- Aktualisiert
- Autor:in
- Diana
Skonto ist der einfachste Hebel, um schneller an dein Geld zu kommen. Du gewährst Kunden 2 oder 3 % Nachlass für eine schnelle Zahlung, und im Gegenzug landet das Geld in Tagen statt Wochen auf deinem Konto. Klingt simpel, ist aber buchhalterisch und umsatzsteuerlich tückisch. Hier erfährst du 2026, wie du Skonto auf Rechnungen korrekt formulierst, berechnest, buchst und umsatzsteuerlich behandelst, sowohl als Selbstständiger mit EÜR als auch in der GmbH.
Kurz erklärt: Skonto in 30 Sekunden
- Skonto ist ein prozentualer Nachlass für vorzeitige Zahlung, meist 2 % bei 7–14 Tagen, sonst 30 Tage netto.
- Damit er rechtlich greift, gehören Satz und Frist eindeutig in die Zahlungsbedingungen der Rechnung („2 % Skonto bei Zahlung bis …").
- Zieht der Kunde den Skonto, ändert sich die Bemessungsgrundlage: Du korrigierst die Umsatzsteuer nach § 17 UStG; eine Stornorechnung ist nicht nötig.
- Gebucht wird der Skonto als Erlösschmälerung (EÜR) bzw. auf „Gewährte Skonti" SKR03 #8730 / SKR04 #4730 (GmbH).
- Der Kunde darf Skonto nur innerhalb der Frist ziehen; maßgeblich ist der Zahlungseingang bei dir, nicht der Überweisungstag.
Was ist Skonto und warum solltest du ihn anbieten?
Skonto ist ein prozentualer Nachlass für vorzeitige Zahlung. Üblich sind 2 % bei Zahlung innerhalb von 7 oder 14 Tagen, bei einem Zahlungsziel von 30 Tagen. Vorteile für dich als Rechnungssteller: bessere Liquidität, geringeres Mahnrisiko und stärkere Kundenbindung; viele B2B-Einkäufer nutzen Skonto aktiv und schätzen das Angebot.
Der Preis dafür ist real: Aus Sicht des Zahlers ist Skonto eine hoch verzinste Geldanlage, aus deiner Sicht ein Rabatt, den du für Tempo bezahlst. Wie teuer, zeigt der effektive Jahreszins weiter unten.
Übliche Skonto-Sätze und Fristen 2026
Marktübliche Konditionen im B2B-Bereich:
| Kondition | Bedeutung | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| 2 % / 7 Tage netto 30 | 2 % Abzug bei Zahlung binnen 7 Tagen, sonst 30 Tage | Der Klassiker |
| 3 % / 10 Tage netto 30 | 3 % Abzug bei Zahlung binnen 10 Tagen | Bei größeren Beträgen |
| 2 % / 14 Tage netto 30 | 2 % Abzug bei Zahlung binnen 14 Tagen | Bei längeren Zahlungszielen |
Wichtig: Skonto ist kein Gesetz, sondern eine freiwillige Vereinbarung. Du musst es nicht anbieten; wenn du es aber anbietest, muss es klar formuliert sein.
Skonto berechnen: Formel und Beispiel
Der Skontobetrag ist der Skontosatz auf den Bruttobetrag der Rechnung:
Skontobetrag = Rechnungsbetrag (brutto) × Skontosatz
Beispiel: 1.190 € brutto (1.000 € netto + 19 % USt), 2 % Skonto.
- Skontobetrag: 1.190 € × 2 % = 23,80 €
- Zahlbetrag bei fristgerechter Zahlung: 1.190 € − 23,80 € = 1.166,20 €
Interessanter als der Euro-Betrag ist, was der Skonto aufs Jahr gerechnet kostet. Denn der Kunde spart 2 %, indem er nur 20 Tage früher zahlt (10 statt 30). Umgerechnet auf ein Jahr ist das ein zweistelliger Zinssatz:
Effektiver Jahreszins ≈ Skontosatz ÷ (Zahlungsziel − Skontofrist) × 360
Für 2 % / 10 Tage netto 30: 2 % ÷ (30 − 10) × 360 = 36 %. Deshalb ziehen liquide Einkäufer Skonto fast immer: 36 % Rendite bekommt man sonst nirgends.
Skonto richtig auf der Rechnung formulieren
Damit der Skonto rechtlich greift, gehört er als Zahlungsbedingung in die Rechnung. Beispieltext:
Zahlbar innerhalb von 30 Tagen netto. Bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen ab Rechnungsdatum gewähren wir 2 % Skonto.
Falsch wäre: „Skonto möglich". Diese Formulierung ist nicht eindeutig; Höhe und Frist müssen exakt benannt sein. Die Pflichtangaben einer Rechnung bleiben davon unberührt: Skonto ist eine zusätzliche Zahlungsbedingung, kein Ersatz für Steuernummer, Rechnungsnummer oder Leistungsbeschreibung.
Wann darf der Kunde den Skonto ziehen?
Der Kunde ist nur dann zum Skontoabzug berechtigt, wenn er sich exakt an Satz und Frist hält. Zwei Punkte sorgen in der Praxis regelmäßig für Streit:
- Fristbeginn: Die Skontofrist läuft in der Regel ab Rechnungsdatum, nicht ab Wareneingang.
- Maßgeblicher Tag: Entscheidend ist der Zahlungseingang auf deinem Konto, nicht der Tag, an dem der Kunde die Überweisung auslöst. Ein bis zwei Bankarbeitstage Puffer sollte der Kunde einplanen.
Zieht der Kunde den Skonto nach Ablauf der Frist trotzdem ab, ist das nicht zulässig; du kannst die Differenz nachfordern. In der Praxis lohnt sich der Streit selten bei Centbeträgen, bei größeren Rechnungen aber sehr wohl. Wer hier konsequent ist, erzieht Kunden zur pünktlichen Zahlung.
Umsatzsteuer-Korrektur nach § 17 UStG
Sobald der Kunde den Skonto zieht, ändert sich die Bemessungsgrundlage. Nach § 17 UStG musst du die Umsatzsteuer entsprechend korrigieren:
- Du als leistender Unternehmer reduzierst die abzuführende Umsatzsteuer
- Der Kunde reduziert seinen Vorsteuerabzug entsprechend
So sieht die Korrektur an unserem Beispiel (2 % auf 1.190 € brutto) aus:
| Position | Ohne Skonto | Mit 2 % Skonto |
|---|---|---|
| Netto-Bemessungsgrundlage | 1.000,00 € | 980,00 € |
| Umsatzsteuer 19 % | 190,00 € | 186,20 € |
| Bruttobetrag | 1.190,00 € | 1.166,20 € |
Der Skonto von 23,80 € besteht also aus 20 € Netto-Erlösschmälerung + 3,80 € Umsatzsteuer-Korrektur. Die Korrektur erfolgt in dem Voranmeldungszeitraum, in dem der Skonto tatsächlich gezogen wird, nicht rückwirkend. Eine Stornorechnung ist nicht nötig: Der Beleg über die Zahlung mit Skontoabzug reicht.
Skonto buchen: EÜR und GmbH
In der EÜR (Selbstständige):
- Originalrechnung wird voll als Einnahme gebucht
- Nach Zahlung mit Skonto: Skontobetrag als Erlösschmälerung erfassen, Umsatzsteuer entsprechend mindern
In der GmbH (doppelte Buchführung) läuft die Zahlung mit Skonto über drei Konten:
| Buchung | Soll | Haben |
|---|---|---|
| Zahlungseingang (gekürzt) | Bank 1.166,20 € | Forderung |
| Gewährter Skonto (netto) | Gewährte Skonti (SKR03 #8730 / SKR04 #4730) 20,00 € | Forderung |
| USt-Korrektur | Umsatzsteuer 3,80 € | Forderung |
Wer mit moderner Buchhaltungssoftware arbeitet, bekommt diese Buchungen automatisch; die manuelle Skonto-Korrektur ist eine häufige Fehlerquelle bei Betriebsprüfungen.
Skonto vs. Rabatt: der Unterschied
Beide kürzen den Endpreis, aber:
- Rabatt wird vor dem Geschäft gewährt (z. B. Mengenrabatt, Treuerabatt). Er erscheint als Abzug auf der Rechnung selbst.
- Skonto wird nach dem Geschäft gewährt, abhängig vom Zahlungsverhalten des Kunden.
Folge: Rabatt mindert von Anfang an die Bemessungsgrundlage. Skonto wird erst wirksam, wenn der Kunde ihn zieht, und löst dann die USt-Korrektur nach § 17 UStG aus.
Vor- und Nachteile von Skonto
Vorteile:
- Schnellere Zahlung, bessere Cashflow-Planung
- Weniger offene Forderungen, weniger Mahnaufwand
- Konkurrenzvorteil im B2B-Vertrieb
Nachteile:
- Margenverlust, bei knappen Margen problematisch
- Kunden ziehen Skonto manchmal auch nach Frist (Streitpunkt)
- Mehraufwand bei der Buchhaltung und USt-Korrektur
Häufige Fragen zu Skonto
Ist Skonto Pflicht?
Nein. Skonto ist eine freiwillige Zahlungsbedingung. Du entscheidest selbst, ob und in welcher Höhe du ihn anbietest. Ohne ausdrückliche Vereinbarung auf der Rechnung darf der Kunde keinen Skonto abziehen.
Wie hoch ist üblicher Skonto?
Marktüblich sind 2 % bei 7–14 Tagen oder 3 % bei 10 Tagen, jeweils gegen ein Zahlungsziel von 30 Tagen netto. Höhere Sätze verschenken schnell Marge: 3 % / 10 netto 30 entsprechen bereits rund 54 % effektivem Jahreszins.
Wird Skonto vom Brutto- oder Nettobetrag berechnet?
Vom Bruttobetrag der Rechnung. Der gezogene Skonto enthält damit anteilig Umsatzsteuer, die du nach § 17 UStG mitkorrigierst.
Darf der Kunde Skonto auch nach Ablauf der Frist ziehen?
Nein. Der Skontoabzug ist an die vereinbarte Frist gebunden. Zahlt der Kunde zu spät und zieht trotzdem Skonto, darfst du die Differenz nachfordern.
Muss ich für Skonto eine Stornorechnung schreiben?
Nein. Die USt-Korrektur nach § 17 UStG erfolgt über den Zahlungsbeleg im entsprechenden Voranmeldungszeitraum. Eine separate Storno- oder Korrekturrechnung ist nicht erforderlich.
Fazit
Skonto ist ein bewährter Hebel für mehr Liquidität, aber kein Selbstläufer. Wer ihn anbietet, sollte die Konditionen klar auf der Rechnung formulieren, die Umsatzsteuer-Korrektur nach § 17 UStG sauber durchführen und mit einer Buchhaltung arbeiten, die diese Buchungen automatisiert.
Mit Norman erstellst du E-Rechnungen mit klar formulierten Skonto-Konditionen und buchst Skonto-Korrekturen automatisch, DSGVO- und GoBD-konform.
Skonto-Konditionen auf der Rechnung, USt-Korrektur automatisch
Norman formuliert Skonto rechtssicher auf deiner E-Rechnung und bucht die § 17-Korrektur beim Zahlungseingang automatisch; kein Griff zu SKR03 #8730 nötig.