Investitionsabzugsbetrag (IAB) 2026: So sparst du Steuern mit geplanten Investitionen
Mit dem Investitionsabzugsbetrag (IAB) nach §7g EStG ziehst du bis zu 50 % der Kosten einer geplanten Investition schon vor dem Kauf vom Gewinn ab. So funktioniert es für Selbstständige und GmbH, inklusive Sonderabschreibung, Rechenbeispiel und Fristen.
- Kategorie
- Steuern
- Aktualisiert
- Autor:in
- Diana
Der Investitionsabzugsbetrag (IAB) ist eines der effektivsten Steuersparinstrumente im deutschen Steuerrecht – und trotzdem nutzen ihn viele Selbstständige und GmbH-Geschäftsführer nicht. Dabei erlaubt er dir, bis zu 50 % der geplanten Anschaffungskosten eines Wirtschaftsguts bereits im Jahr vor der Investition steuerlich abzuziehen – ganz legal nach §7g EStG.
Kurz gesagt: Mit dem IAB ziehst du bis zu 50 % der Kosten einer geplanten betrieblichen Anschaffung schon im Jahr vor dem Kauf vom Gewinn ab. Voraussetzung: Gewinn vor IAB höchstens 200.000 €, das Wirtschaftsgut ist beweglich und wird mindestens 90 % betrieblich genutzt, gekauft wird innerhalb von 3 Jahren. Im Kaufjahr rechnest du den IAB wieder hinzu und kürzt die Anschaffungskosten. Obendrauf kannst du eine Sonderabschreibung von 40 % ansetzen. Investierst du nicht, wird der IAB rückwirkend aufgelöst – mit 1,8 % Zinsen pro Jahr.
Was ist der Investitionsabzugsbetrag (IAB) nach §7g EStG?
Der IAB funktioniert als vorgezogene Abschreibung: Du planst eine betriebliche Investition – zum Beispiel einen Laptop, ein Fahrzeug oder eine Maschine – und ziehst schon heute bis zur Hälfte des geplanten Kaufpreises vom Gewinn ab, obwohl die Anschaffung erst in den nächsten drei Jahren stattfinden soll. Das reduziert deinen steuerpflichtigen Gewinn im laufenden Jahr und senkt direkt deine Einkommen- oder Körperschaftsteuer sowie die Gewerbesteuer.
Wichtig: Der IAB spart nicht dauerhaft Steuern, sondern verschiebt sie. Im Kaufjahr holst du den Abzug per Hinzurechnung wieder in den Gewinn und kürzt dafür die Abschreibungsbasis. Der echte Vorteil ist ein Liquiditäts- und Zinsvorteil: Du behältst das Geld ein bis drei Jahre länger und kannst es investieren, statt es vorzeitig ans Finanzamt zu zahlen.
Wer darf den IAB nutzen? Voraussetzungen
Berechtigt sind alle aktiven Betriebe – Selbstständige und Freiberufler mit EÜR, Gewerbetreibende, Personengesellschaften sowie GmbH und UG. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:
- Gewinn vor IAB maximal 200.000 € (einheitliche Grenze für alle Betriebsarten)
- Das geplante Wirtschaftsgut muss beweglich, abnutzbar und Teil des Anlagevermögens sein (auch gebrauchte Güter sind erlaubt)
- Mindestens 90 % betriebliche Nutzung im Jahr der Anschaffung und im Folgejahr
- Investition innerhalb von 3 Jahren nach dem Abzugsjahr
Nicht begünstigt sind unbewegliche Wirtschaftsgüter wie Gebäude, immaterielle Güter wie Software oder Lizenzen sowie Güter, die überwiegend privat genutzt werden. Für Software oder geringwertige Anschaffungen greifen andere Regeln – etwa die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter (GWG).
Wie hoch ist der IAB? Grenzen und Beispiele
Du kannst bis zu 50 % der geplanten Anschaffungskosten abziehen, maximal aber 200.000 € je Betrieb (über alle laufenden IABs summiert). Ein paar typische Werte:
| Geplante Investition | Nettokosten | IAB bis 50 % |
|---|---|---|
| Laptop + Monitor | 3.000 € | 1.500 € |
| Kameraausrüstung | 10.000 € | 5.000 € |
| Firmenwagen (rein betrieblich) | 40.000 € | 20.000 € |
| Produktionsmaschine | 80.000 € | 40.000 € |
Du musst das konkrete Wirtschaftsgut nicht mehr benennen (die frühere Funktionsbezeichnung ist seit 2016 entfallen). Es genügt, im Rahmen der Steuererklärung die Höhe des IAB anzugeben. Erst im Kaufjahr muss feststehen, welches Gut du tatsächlich anschaffst.
IAB, Sonderabschreibung und AfA kombinieren
Die volle Wirkung entfaltet der IAB erst im Zusammenspiel mit der Sonderabschreibung nach §7g Abs. 5 EStG. Für Wirtschaftsgüter, die ab 2024 angeschafft werden, wurde diese von 20 % auf 40 % angehoben. Du darfst sie zusätzlich zur regulären linearen AfA ansetzen und flexibel auf das Kaufjahr und die vier Folgejahre verteilen.
So stapeln sich die Effekte für ein Wirtschaftsgut:
- Jahr vor dem Kauf: IAB von bis zu 50 % der geplanten Kosten mindert den Gewinn.
- Im Kaufjahr: Hinzurechnung des IAB (Gewinn steigt) und gleichzeitige Kürzung der Anschaffungskosten um denselben Betrag (Gewinn sinkt) – per Saldo null.
- Ab dem Kaufjahr: Sonderabschreibung von 40 % auf die gekürzte Basis plus lineare AfA über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer.
Gerade Kapitalgesellschaften kombinieren den IAB gern mit den regulären Abschreibungen und AfA der GmbH, um den Gewinn in den ersten beiden Jahren gezielt zu drücken.
Rechenbeispiel: IAB für einen Selbstständigen
Stell dir vor, du bist Selbstständiger mit einem Jahresgewinn von 80.000 € und planst im nächsten Jahr, eine Kameraausrüstung für 10.000 € zu kaufen (Nutzungsdauer laut AfA-Tabelle 7 Jahre).
| Jahr | Vorgang | Gewinnwirkung |
|---|---|---|
| Jahr 0 (Planung) | IAB: 50 % × 10.000 € | −5.000 € |
| Jahr 1 (Kauf) | Hinzurechnung des IAB | +5.000 € |
| Jahr 1 | Kürzung der Anschaffungskosten | −5.000 € |
| Jahr 1 | Sonderabschreibung 40 % (Basis 5.000 €) | −2.000 € |
| Jahr 1 | Lineare AfA (5.000 € ÷ 7 Jahre) | −714 € |
Im Jahr 0 sinkt dein Gewinn von 80.000 € auf 75.000 €. Bei einem Grenzsteuersatz von rund 35 % (inklusive Soli und Gewerbesteuer) spart das sofort ca. 1.750 € Steuer. Im Jahr 1 heben sich Hinzurechnung und Kürzung auf, obendrauf schreibst du über Sonderabschreibung und lineare AfA weitere 2.714 € ab. Unter dem Strich zahlst du die Steuern später statt gar nicht – der Vorteil ist der zinslose Zeitgewinn.
IAB für GmbH und UG: Besonderheiten
Bei einer GmbH oder UG gelten dieselben Grundregeln. Der IAB mindert die Körperschaftsteuer (15 %) und die Gewerbesteuer. Die Gewinngrenze (200.000 €) gilt für den steuerlichen Gewinn der Kapitalgesellschaft vor Abzug des IAB. Weil eine GmbH bilanziert, wird der IAB außerbilanziell abgezogen und im Kaufjahr außerbilanziell wieder hinzugerechnet.
Firmenwagen, die auch privat genutzt werden, scheiden in der Regel aus – es sei denn, du weist über ein Fahrtenbuch mindestens 90 % betriebliche Nutzung nach. Details dazu findest du im Beitrag zum Firmenwagen in der GmbH.
Was passiert, wenn die Investition nicht stattfindet?
Wenn du das geplante Wirtschaftsgut nicht innerhalb von drei Jahren anschaffst, wird der IAB rückwirkend aufgelöst. Das Finanzamt ändert den Steuerbescheid des Abzugsjahres und berechnet Nachzahlungszinsen nach §233a AO – aktuell 0,15 % pro Monat, also 1,8 % pro Jahr. Die Verzinsung beginnt 15 Monate nach Ablauf des Jahres, in dem der IAB gebildet wurde.
Ein Beispiel: Löst sich ein IAB von 5.000 € auf und führt das zu einer Steuernachzahlung von rund 1.750 €, die über ein Jahr verzinst wird, kommen etwa 32 € Zinsen dazu. Der IAB wird dadurch nicht zur Falle, aber du solltest ihn nur mit echter Investitionsabsicht bilden und diese schriftlich dokumentieren.
Was du dokumentieren musst
- Schriftliche Investitionsabsicht (Datum, geplante Anschaffung, voraussichtliche Kosten)
- Kaufrechnung und Nachweis der mindestens 90 % betrieblichen Nutzung im Anschaffungs- und Folgejahr
- Korrekte Hinzurechnung und Kürzung der Anschaffungskosten im Jahr des Kaufs
- Fortschreibung der offenen IABs, damit die 200.000-€-Grenze eingehalten wird
Ein sauber geführtes Anlagenverzeichnis hilft dir, den Überblick über gebildete IABs, Hinzurechnungen und die laufende AfA zu behalten. Normans KI-Buchhaltung erfasst geplante Investitionen und stellt sicher, dass Hinzurechnungen und Abschreibungen korrekt verbucht werden. Wer außerdem die GmbH-Steuererklärung optimieren will, findet im IAB einen der einfachsten legalen Hebel.
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Häufige Fragen zum Investitionsabzugsbetrag
Kann ich den IAB auch nachträglich bilden?
Ja. Ein IAB lässt sich noch in einer offenen Steuererklärung oder im Einspruchsverfahren nachträglich bilden, solange die Voraussetzungen im Abzugsjahr vorlagen und der Bescheid noch änderbar ist. So kannst du auf eine unerwartet hohe Steuerlast reagieren.
Muss ich das genaue Wirtschaftsgut benennen?
Nein, seit 2016 nicht mehr. Du gibst im Abzugsjahr nur die Höhe des IAB an. Welches Gut du tatsächlich kaufst, muss erst im Anschaffungsjahr feststehen.
Gilt der IAB auch für gebrauchte Wirtschaftsgüter?
Ja. Auch gebrauchte bewegliche Anlagegüter sind begünstigt, solange sie beweglich, abnutzbar und mindestens 90 % betrieblich genutzt sind.
Kann ich IAB und Sonderabschreibung kombinieren?
Ja. Beide sind unabhängig voneinander möglich. Im Kaufjahr kannst du zusätzlich zur Kürzung der Anschaffungskosten die 40-%-Sonderabschreibung und die reguläre lineare AfA ansetzen.
Gilt der IAB für einen Firmenwagen?
Nur, wenn der Wagen mindestens 90 % betrieblich genutzt wird und du das per Fahrtenbuch nachweist. Die pauschale 1-%-Regelung reicht dafür nicht aus.
Fazit: IAB lohnt sich – wenn du ihn richtig einsetzt
Der Investitionsabzugsbetrag ist ein legales und effektives Mittel, um Steuern zu verschieben und Liquidität zu schonen. Wer als Selbstständiger oder GmbH-Geschäftsführer in den nächsten drei Jahren betriebliche Investitionen plant, sollte den IAB frühzeitig einkalkulieren – kombiniert mit der 40-%-Sonderabschreibung ist er einer der stärksten legalen Steuerhebel überhaupt. Entscheidend sind die richtige Dokumentation der Investitionsabsicht und die korrekte Verarbeitung im Buchhaltungssystem.
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