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GmbH Abschreibungen 2026: AfA, Sofortabschreibung und steuerliche Gestaltung

Wie GmbH und UG Abschreibungen steuerlich und buchhalterisch korrekt erfassen – von der linearen AfA über die degressive Abschreibung und GWG-Sofortabschreibung bis zur steuerlichen Gestaltung.

Kategorie
Buchhaltung
Aktualisiert
Autor:in
Diana

Wer eine GmbH oder UG führt, stößt früh auf die Frage: Kann ich Anschaffungskosten sofort steuerlich absetzen? Die Antwort hängt vom Nettopreis und der Nutzungsdauer des Wirtschaftsguts ab. Abschreibungen – im Steuerrecht AfA (Absetzung für Abnutzung) genannt – verteilen die Kosten teurerer Anlagegüter auf mehrere Jahre und sind ein zentrales Instrument der Steuerplanung in der GmbH.

Das Wichtigste in Kürze

  • Grenze: Wirtschaftsgüter über 800 € netto müssen aktiviert und über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Bis 800 € netto ist Sofortabschreibung im Kaufjahr möglich (GWG).
  • Computer & Software: Nutzungsdauer 1 Jahr – faktisch sofort absetzbar, unabhängig vom Preis (BMF-Schreiben von 2021).
  • Zwei Methoden: lineare AfA (gleichmäßig) oder degressive AfA (bis 30 % bzw. 3× linear) für bewegliche Güter, die zwischen dem 01.07.2025 und 31.12.2027 angeschafft werden.
  • Vor dem Kauf: Mit dem Investitionsabzugsbetrag (IAB) kannst du bis zu 50 % der geplanten Kosten vorab abziehen (§ 7g EStG).
  • Pflicht: Jede GmbH führt einen Anlagenspiegel als Teil des Jahresabschlusses.

Was ist AfA und wann muss die GmbH aktivieren?

Grundregel: Wirtschaftsgüter mit einem Nettokaufpreis von mehr als 800 € müssen aktiviert (in der Bilanz als Anlagevermögen ausgewiesen) und über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Nur der jährliche Abschreibungsbetrag mindert den Gewinn – nicht der gesamte Kaufpreis im Anschaffungsjahr.

Die Nutzungsdauern gibt das Bundesfinanzministerium in seinen AfA-Tabellen vor. Sie sind für tausende Anlagegüter festgelegt und faktisch bindend:

WirtschaftsgutNutzungsdauerLinearer AfA-Satz
Computer, Laptop, Software1 Jahr100 %
Smartphone5 Jahre20 %
PKW / Firmenwagen6 Jahre~16,7 %
Maschinen5–15 Jahreje nach Typ
Büromöbel13 Jahre~7,7 %

Der wichtigste Sonderfall: Computerhardware und Software dürfen seit dem BMF-Schreiben vom 26.02.2021 über eine Nutzungsdauer von nur einem Jahr abgeschrieben werden. Ein Laptop für 1.500 € netto ist damit im Kaufjahr komplett absetzbar – auch wenn er über der GWG-Grenze von 800 € liegt.

Entscheidungsdiagramm: Wie eine GmbH ein Wirtschaftsgut je nach Nettokaufpreis abschreibt – GWG bis 800 €, Aktivierung über 800 €, Computer und Software 1 Jahr, plus Investitionsabzugsbetrag
Wie die GmbH je nach Nettokaufpreis abschreibt: GWG, reguläre AfA oder 1-Jahres-Regel für digitale Wirtschaftsgüter.

Lineare und degressive Abschreibung

Bei aktivierten Wirtschaftsgütern hast du die Wahl zwischen zwei Methoden.

Die lineare AfA ist die Standardmethode: Die Anschaffungskosten werden gleichmäßig über die Nutzungsdauer verteilt. Beispiel: Server für 6.000 € mit 3 Jahren Nutzungsdauer → 2.000 € Abschreibung pro Jahr.

Die degressive AfA für bewegliche Wirtschaftsgüter wurde mit dem steuerlichen Investitionssofortprogramm ("Investitionsbooster") wieder aufgestockt. Für Anschaffungen zwischen dem 01.07.2025 und 31.12.2027 beträgt der Satz bis zu 30 % – höchstens das 3-Fache des linearen Satzes (§ 7 Abs. 2 EStG). Abgeschrieben wird jeweils vom Restbuchwert, was in den ersten Jahren deutlich höhere Beträge ergibt. Ein Wechsel von degressiv zu linear ist jederzeit erlaubt und lohnt sich, sobald die lineare Rate höher wäre.

Der Vorteil zeigt sich am Beispiel einer Maschine für 30.000 € mit 10 Jahren Nutzungsdauer (linearer Satz 10 %, degressiv also 30 %):

JahrLinear (10 %)Degressiv (30 %)Restbuchwert degressiv
13.000 €9.000 €21.000 €
23.000 €6.300 €14.700 €
33.000 €4.410 €10.290 €

In den ersten drei Jahren schreibt die degressive Methode 19.710 € statt 9.000 € ab – Liquidität und Steuerstundung, die gerade in Gewinnjahren zählen.

GWG bis 800 € und der Sammelposten

Selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter bis 800 € netto darf deine GmbH im Kaufjahr sofort als geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG) absetzen (§ 6 Abs. 2 EStG). Alternativ kannst du Güter zwischen 250 € und 1.000 € in einem Sammelposten bündeln und über 5 Jahre gleichmäßig abschreiben (§ 6 Abs. 2a EStG). Beide Methoden schließen sich pro Wirtschaftsjahr gegenseitig aus – du musst dich für ein Verfahren entscheiden.

Welche Grenze für welchen Fall gilt und wann sich der Sammelposten trotz der 1-Jahres-Regel für Computer noch lohnt, erklärt der Detailartikel zur GWG-Grenze und Sofortabschreibung.

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Investitionsabzugsbetrag (IAB): Abschreiben vor dem Kauf

Nach § 7g EStG kann deine GmbH bis zu 50 % der voraussichtlichen Anschaffungskosten bereits vor dem Kauf als Betriebsausgabe abziehen – den Investitionsabzugsbetrag. Der Gesamtbestand ist auf 200.000 € begrenzt, und die Investition muss innerhalb von 3 Jahren tatsächlich erfolgen, sonst wird der Abzug rückwirkend aufgelöst.

Besonders wertvoll in Gewinnjahren: Du senkst den zu versteuernden Gewinn heute und zahlst weniger Körperschaft- und Gewerbesteuer, obwohl der Kauf erst später kommt. Wie du den IAB rückgängig-machst, kombinierst und die Voraussetzungen prüfst, zeigt der Leitfaden zum Investitionsabzugsbetrag.

Abschreibungen in der GmbH-Buchhaltung erfassen

In der GmbH-Buchhaltung werden Abschreibungen als Aufwand verbucht (Konto 6020 nach SKR03) und senken Jahresgewinn und Steuerlast. Jede GmbH muss zudem ein Anlagenverzeichnis führen und daraus einen Anlagenspiegel als Teil des Jahresabschlusses erstellen. Er dokumentiert für jedes Anlagegut Anschaffungskosten, Zugänge, Abgänge und die kumulierten sowie jährlichen Abschreibungen.

Ein Sonderfall mit eigenen Regeln ist der Firmenwagen der GmbH: Er wird über 6 Jahre abgeschrieben, gleichzeitig ist der geldwerte Vorteil der Privatnutzung zu versteuern.

Häufige Fragen

Was kann eine GmbH abschreiben?

Alle abnutzbaren Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens: Computer, Maschinen, Fahrzeuge, Büromöbel, Betriebsausstattung. Nicht abschreibbar sind Grund und Boden sowie Finanzanlagen. Güter bis 800 € netto werden sofort abgeschrieben, teurere über ihre Nutzungsdauer.

Wie lange schreibt man einen Computer in der GmbH ab?

Seit dem BMF-Schreiben von 2021 gilt für Computerhardware und Software eine Nutzungsdauer von nur einem Jahr. Der Laptop, PC oder Monitor ist damit praktisch im Kaufjahr voll absetzbar – auch oberhalb der GWG-Grenze von 800 €.

Was ist der Unterschied zwischen linearer und degressiver AfA?

Bei der linearen AfA wird jedes Jahr der gleiche Betrag abgeschrieben. Bei der degressiven AfA wird ein fester Prozentsatz (2026 bis zu 30 %) vom jeweiligen Restbuchwert abgeschrieben – die Beträge sind in den ersten Jahren höher und sinken danach. Die degressive Methode gilt nur für bewegliche Güter, die zwischen dem 01.07.2025 und 31.12.2027 angeschafft werden.

Bis zu welchem Betrag kann eine GmbH sofort abschreiben?

Bis 800 € netto pro Wirtschaftsgut als geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG). Computer und Software gelten wegen der 1-Jahres-Nutzungsdauer unabhängig vom Preis als faktisch sofort absetzbar.

Was ist ein Anlagenspiegel?

Eine Übersicht aller Anlagegüter der GmbH mit Anschaffungskosten, Zu- und Abgängen sowie den kumulierten und jährlichen Abschreibungen. Er ist Pflichtbestandteil des Jahresabschlusses und wird aus dem laufenden Anlagenverzeichnis abgeleitet.

Fazit

Abschreibungen sind kein bürokratisches Detail – sie sind ein echtes Steuergestaltungswerkzeug. Wer die GWG-Grenze und die 1-Jahres-Regel für Computer kennt, die degressive AfA mit bis zu 30 % richtig einsetzt und den IAB nutzt, kann die Steuerlast seiner GmbH erheblich senken. Norman erfasst deine Anschaffungen automatisch, berechnet die AfA über die Nutzungsdauer, pflegt den Anlagenspiegel und bereitet deine GmbH-Steuererklärung auf Basis vollständiger Buchhaltungsdaten vor.

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