Zurück zum Blog

EÜR Software 2026: 7 Tools für Selbstständige im Vergleich

Welche EÜR Software erstellt die Anlage EÜR und reicht sie 2026 direkt per ELSTER ein? Wir vergleichen 7 Tools nach Preis, KI-Belegerfassung, UStVA und echter ESt-Übermittlung.

Kategorie
Tools & Vergleiche
Aktualisiert
Autor:in
Diana

Wenn du Freiberufler oder Einzelunternehmer bist, brauchst du jedes Jahr eine Einnahmenüberschussrechnung – die berühmte Anlage EÜR. Erstellen kannst du sie auf Papier, in Excel oder mit einer Software. Aber: Das Finanzamt akzeptiert die Anlage nur noch elektronisch, und ohne ein Tool, das deine Buchhaltung sauber gliedert und am Ende per ELSTER überträgt, wird das schnell mühsam.

Der entscheidende Unterschied liegt im Detail: Viele Buchhaltungstools liefern dir nur einen EÜR-Export oder eine PDF – das ist nicht dasselbe wie eine direkte Übermittlung ans Finanzamt. Wer die Anlage EÜR (und idealerweise die komplette Einkommensteuererklärung) wirklich aus der Software heraus einreichen will, hat eine deutlich kleinere Auswahl.

Dieser Vergleich zeigt dir 2026 die sieben relevantesten EÜR-Tools – was sie können, was sie kosten und für wen sie sich lohnen. Am Ende weißt du, welches Tool zu deiner Situation als Selbstständiger passt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Dinge, die viele verwechseln: EÜR auswerten (fast jedes Tool kann das) ist nicht dasselbe wie die Anlage EÜR per ELSTER einreichen.
  • Nur wenige Tools reichen EÜR + Einkommensteuer selbst ein: Norman, Accountable und die WISO-Combo. Der Rest bereitet nur Daten auf.
  • Norman ist davon das einzige, bei dem Buchhaltung und Rechnungen dauerhaft kostenlos sind – gezahlt wird nur die Steuerabgabe (ab 9 €/Monat).
  • Reine Buchhaltungssuiten (Lexware Office ab 7,90 €/Monat, sevDesk ab 22,90 €/Monat) sind stark, aber übergeben die ESt an Steuerberater oder ein zweites Programm.
  • Pflicht & Frist: Die Anlage EÜR ist für alle nicht bilanzierenden Selbstständigen – auch Kleinunternehmer – elektronisch abzugeben (§ 60 Abs. 4 EStDV). Für 2025 ist die Frist der 31.07.2026 (mit Steuerberater: 30.04.2027).

Was eine gute EÜR Software können muss

Die Anlage EÜR bündelt deine Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben in einem Formular mit über 90 Zeilen. Welcher Posten in welche Zeile gehört, ist nicht trivial – und Fehler hier ziehen sich durch deine ganze Steuererklärung. Wie die EÜR genau aufgebaut ist, erklärt unser Leitfaden zur Einnahmenüberschussrechnung.

Worauf du beim Vergleich achten solltest:

  • Bankanbindung: Kontoumsätze automatisch importieren, statt sie abzutippen.
  • Belegerfassung per OCR/KI: Rechnungen hochladen – die Software liest Datum, Betrag und USt-Satz.
  • Korrekte Kategorisierung: Buchungen automatisch der richtigen EÜR-Zeile zuordnen.
  • Anlage AVEÜR: Anlagenverzeichnis für abnutzbare Wirtschaftsgüter, inklusive AfA-Berechnung.
  • UStVA-Einreichung: Wenn du nicht Kleinunternehmer bist, brauchst du eine Umsatzsteuervoranmeldung – am besten aus demselben Tool.
  • Direkte ELSTER-Übermittlung: Die fertige Anlage EÜR ohne Umwege ans Finanzamt – nicht nur als PDF zum manuellen Übertragen.

Norman – KI-EÜR mit direkter ELSTER-Einreichung

Norman erzeugt deine Anlage EÜR direkt aus deiner Buchhaltung und reicht sie zusammen mit der Einkommensteuererklärung per ELSTER ein. Du verbindest dein Geschäftskonto, Norman kategorisiert die Bewegungen automatisch nach EÜR-Logik, hochgeladene Belege werden per KI ausgelesen und der passenden Zeile zugeordnet.

Das ist der Punkt, der Norman von den meisten Buchhaltungstools unterscheidet: Lexware, sevDesk und FastBill bereiten EÜR-Daten zwar auf, aber für die ESt-Einreichung brauchst du dort einen Steuerberater oder ein zweites Tool. Norman bündelt beides – inklusive Anlagenverzeichnis und AfA.

Preis: Buchhaltung und Rechnungen sind kostenlos und ohne Limit. Bezahlt wird nur die Steuerabgabe – die Tarife mit EÜR- und ESt-Übermittlung starten bei 9 €/Monat (Klein-Plan). Details unter KI-Buchhaltung und Steuern für Selbstständige.

Für wen: Freiberufler, Einzelunternehmer und Kleinunternehmer, die EÜR und Einkommensteuer in einem Tool ohne Steuerberater einreichen wollen.

Lexware Office & sevDesk – die Buchhaltungssuiten

  • Lexware Office (ehemals Lexoffice) ist eines der meistgenutzten Tools für die laufende EÜR-Buchhaltung. UStVA wird direkt per ELSTER eingereicht, schon im Plan S ab 7,90 €/Monat. Die fertige Anlage EÜR landet bei dir aber nur als Export oder PDF – für die ESt-Einreichung brauchst du einen Steuerberater oder WISO Steuer. Plan M 17,90 €/Monat, Plan L 21,90 €/Monat.
  • sevDesk liefert eine saubere EÜR-Auswertung, automatische Bankzuordnung und einen DATEV-Export. UStVA ist im Buchhaltungs-Paket ab 22,90 €/Monat (Jahresabo) enthalten. Wie bei Lexware übernimmt sevDesk die ESt-Abgabe nicht.

Beide sind ausgereift, aber auf laufende Buchhaltung ausgelegt – nicht auf die Steuererklärung. Mehr dazu im Buchhaltungssoftware-Vergleich.

Accountable, WISO, FastBill & Papierkram

  • Accountable: App-first für Freelancer, reicht EÜR und ESt direkt per ELSTER ein (Taxes-Plan ab 29,90 €/Monat im Jahresabo, Bookkeeping ab 19,90 €/Monat). Keine GmbH-Unterstützung, schwächere KI.
  • WISO MeinBüro + WISO Steuer: Die klassische DE-Combo. MeinBüro Buchhaltung ab 9 €/Monat, die ESt läuft über die separate WISO-Steuer-Lizenz. Zwei Programme, ältere Oberfläche.
  • FastBill: Primär ein Rechnungstool mit ordentlicher EÜR-Auswertung (Solo ab 9 €/Monat im Jahresabo). Keine direkte ESt-Einreichung.
  • Papierkram: Bewusst einfach, GoBD-konform, ab ca. 8 €/Monat. EÜR-Auswertung ja, ESt-Einreichung nein.

EÜR Software 2026 im direkten Vergleich

ToolEÜR-AuswertungUStVA per ELSTEREÜR + ESt direktKI-BelegePreis ab
NormanHochKostenlos*
Lexware OfficeMittel7,90 €/Mo
sevDeskMittel22,90 €/Mo
AccountableNiedrig19,90 €/Mo
WISO + WISO SteuerNiedrig9 €/Mo + Lizenz
FastBilleingeschränktNiedrig9 €/Mo
PapierkramNiedrig~8 €/Mo

*Norman: Buchhaltung und Rechnungen ohne Limit kostenlos; bezahlte Pläne nur für die erweiterten Steuereinreichungen.

Gibt es kostenlose EÜR-Software?

„Kostenlos" bedeutet bei EÜR-Tools meist zweierlei – und der Unterschied ist wichtig:

  • Kostenlose Testphase: sevDesk, Lexware Office und viele andere lassen sich 14 Tage gratis ausprobieren. Danach greift das reguläre Abo. Für die dauerhafte Buchhaltung ist das keine kostenlose Lösung, sondern ein befristeter Test.
  • Kostenlose Excel-Vorlage: Du kannst deine EÜR auch mit einer Excel-Vorlage rechnen. Das spart die Softwarekosten, hat aber drei Haken: keine Bankanbindung, keine KI-Belegerfassung und – der entscheidende Punkt – kein ELSTER-Versand. Die Zahlen aus Excel musst du am Ende trotzdem von Hand in das ELSTER-Formular übertragen.
  • Dauerhaft kostenlose Buchhaltung: Norman ist hier die Ausnahme. Buchhaltung, Belegerfassung und Rechnungen bleiben ohne Zeitlimit kostenlos; bezahlt wird nur die eigentliche Steuerübermittlung.

Für ein paar Buchungen im Jahr reicht Excel. Sobald du regelmäßig Belege, Bankumsätze und eine UStVA jonglierst, sparst du mit einem echten Tool mehr Zeit, als eine kostenlose Vorlage an Geld spart.

Wer muss überhaupt eine EÜR abgeben – und bis wann?

Die EÜR ist die einfache Gewinnermittlung für alle, die nicht buchführungspflichtig sind. Das betrifft:

  • Freiberufler (§ 18 EStG) – unabhängig von der Höhe des Umsatzes, denn sie dürfen immer die EÜR nutzen.
  • Gewerbetreibende, solange sie unter den Buchführungsgrenzen des § 141 AO bleiben: nicht mehr als 800.000 € Umsatz und nicht mehr als 80.000 € Gewinn pro Jahr. Darüber wird die doppelte Buchführung mit Bilanz Pflicht.
  • Kleinunternehmer nach § 19 UStG. Seit 2017 müssen auch sie die Anlage EÜR abgeben – und zwar elektronisch. Die Kleinunternehmer-Grenzen liegen seit 2025 bei 25.000 € Vorjahresumsatz und 100.000 € im laufenden Jahr.

Elektronisch ist dabei nicht optional: Nach § 60 Abs. 4 EStDV muss die Anlage EÜR grundsätzlich per ELSTER an das Finanzamt übermittelt werden. Nur in Härtefällen erlaubt das Finanzamt noch die Papierform.

Die Fristen für das Steuerjahr 2025:

SituationAbgabefrist Anlage EÜR 2025
Ohne Steuerberater31.07.2026
Mit Steuerberater30.04.2027

Welche EÜR Software passt zu mir?

  • Freiberufler ohne Steuerberater: Du willst EÜR und Einkommensteuer in einem Tool an ELSTER schicken. Realistisch bleiben Norman, Accountable und die WISO-Combo. Norman ist davon das einzige Tool, bei dem die Buchhaltung kostenlos ist und du nur für die Steuereinreichung zahlst.
  • Mit Steuerberater im Hintergrund: Du brauchst keine ESt aus dem Tool, sondern saubere Buchhaltung, DATEV-Export und UStVA. Lexware Office, sevDesk und Papierkram sind hier solide. Ob sich der Berater überhaupt lohnt, klärt unser Vergleich Steuerberater vs. Software.
  • Kleinunternehmer mit wenigen Buchungen: Die UStVA fällt weg, du brauchst nur eine saubere EÜR und einmal jährlich die ESt. Papierkram oder Norman reichen völlig.
Entscheidungsbaum: Wer reicht EÜR und Einkommensteuer ein – ich selbst, mein Steuerberater oder ich als Kleinunternehmer – und welche Tools jeweils passen
Wer die Steuer einreicht, entscheidet über die passende EÜR-Software.

Häufige Fragen zur EÜR Software

Kann ich die Anlage EÜR kostenlos an ELSTER übermitteln?

Ja – über das offizielle ELSTER-Portal von „Mein ELSTER" ist die Übermittlung kostenlos. Du musst die über 90 Zeilen der Anlage EÜR dort allerdings selbst ausfüllen. Software wie Norman nimmt dir genau diesen Schritt ab: Sie füllt die Zeilen automatisch aus deiner Buchhaltung und überträgt sie direkt.

Reicht Excel für die EÜR aus?

Rechnerisch ja, praktisch nur bedingt. Excel hilft beim Aufsummieren, ersetzt aber weder die Bankanbindung noch die KI-Belegerfassung noch den ELSTER-Versand. Die Zahlen musst du am Ende von Hand ins ELSTER-Formular übertragen – fehleranfällig, sobald mehr als eine Handvoll Buchungen zusammenkommt.

Was ist der Unterschied zwischen EÜR-Auswertung und EÜR-Einreichung?

Eine EÜR-Auswertung ist eine Übersicht deiner Einnahmen und Ausgaben, oft als PDF – nützlich, aber nur ein Zwischenschritt. Die EÜR-Einreichung ist die verbindliche elektronische Übermittlung der Anlage EÜR ans Finanzamt. Viele Tools liefern nur die Auswertung; die Einreichung musst du dann selbst oder über den Steuerberater erledigen.

Brauche ich als Kleinunternehmer eine EÜR Software?

Pflicht ist die Anlage EÜR seit 2017 auch für Kleinunternehmer, eine Software dafür nicht. Bei wenigen Buchungen reicht eine Vorlage. Sobald du regelmäßig Belege sammelst oder deine Einkommensteuer gleich mit abgeben willst, spart ein Tool wie Norman spürbar Zeit – die Buchhaltung bleibt dort kostenlos.

Welche EÜR Software reicht auch die Einkommensteuer ein?

Aus diesem Vergleich sind das Norman, Accountable und die Combo aus WISO MeinBüro und WISO Steuer. Lexware Office, sevDesk, FastBill und Papierkram bereiten die EÜR nur auf – die Einkommensteuererklärung läuft dort über einen Steuerberater oder ein separates Programm.

Fazit

Die meisten EÜR-Tools enden bei der Auswertung – sie bereiten deine Zahlen auf, die eigentliche Einreichung der Anlage EÜR und der Einkommensteuererklärung musst du dann selbst oder über einen Steuerberater erledigen. Nur wenige Tools schließen diese Lücke. Wer als Selbstständiger ohne Steuerberater arbeitet, fährt mit einer Lösung am besten, die Buchhaltung, EÜR und ESt aus einer Hand abdeckt – und die typischen EÜR-Fehler gleich mit vermeidet. Wenn dabei die Buchhaltung kostenlos bleibt und du nur für die Abgabe zahlst, sparst du dir gleich doppelt: Zeit und ein zweites Abo.

EÜR und Einkommensteuer aus einem Tool

Norman baut deine Anlage EÜR automatisch aus deiner Buchhaltung, ordnet Belege per KI der richtigen Zeile zu und übermittelt EÜR und Einkommensteuererklärung direkt per ELSTER – die Buchhaltung bleibt dabei kostenlos.