Die Hausbank der Selbstständigen ist keine Sparkasse mehr: Freiberufler banken bei N26, GmbHs bei Qonto
Wir haben die Bankverbindungen von Selbstständigen und kleinen Unternehmen ausgewertet. Gut sechs von zehn führen zu einer Neobank, an der Spitze steht N26. Neu in dieser Ausgabe ist die Rechtsform: Freiberufler banken am häufigsten bei N26, UG und GmbH bei Qonto, und Gewerbetreibende wie Kapitalgesellschaften fast doppelt so oft bei Sparkasse oder Volksbank. Ausgabe 2 des Banken-Monitors.
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Basis: anonymisierte Bankverbindungen von Selbstständigen und kleinen Unternehmen in Deutschland, Daten bis September 2026
Methodik & DatengrundlagePresseanfragen: press@norman.finance
Welche Bank nutzt eine Selbstständige in Deutschland, wenn sie heute startet? Die naheliegende Antwort wäre die Sparkasse um die Ecke: das dichteste Filialnetz des Landes, über Jahrzehnte die Hausbank der Deutschen. Die Daten zeichnen ein anderes Bild. Grundlage dieser Auswertung sind die Bankverbindungen, die Selbstständige und kleine Unternehmen in Deutschland mit ihrer Buchhaltung in Norman verknüpft haben, mit Daten bis Ende September 2026.
Eine verbundene Bank ist dabei ein starkes Signal. Verknüpft wird das Konto, über das der Geschäftsalltag läuft: Eingänge, Ausgaben, Belege. Die Zahlen zeigen also nicht, wo jemand irgendwann ein Konto eröffnet hat, sondern welches Konto tatsächlich arbeitet.
Gut sechs von zehn Verbindungen führen zu einer Neobank
Das Bild bleibt eindeutig. Gut sechs von zehn Bankverbindungen führen zu einer Neobank oder einem Fintech, rund 63 Prozent. Auf Unternehmen gerechnet sind es zwei von drei: So viele haben mindestens ein Konto bei einer Neobank verbunden. Klassische Groß- und Direktbanken kommen auf rund 16 Prozent der Verbindungen, Sparkassen und Genossenschaftsbanken auf rund 12 Prozent, der Rest verteilt sich auf sonstige Institute (rund 9 Prozent).
N26 führt mit großem Abstand
Innerhalb der Neobanken gibt es einen klaren Spitzenreiter. N26 ist mit rund 22 Prozent aller Verbindungen die mit Abstand am häufigsten verbundene Bank, fast doppelt so häufig wie der Zweitplatzierte Revolut mit rund 11 Prozent. Neu auf Platz drei liegen die Sparkassen mit rund 9 Prozent, knapp vor Qonto mit rund 8 Prozent.
Dahinter folgen Vivid und Finom mit je rund 6 Prozent, dann Deutsche Bank, Postbank, Wise und Commerzbank im niedrigen einstelligen Bereich. Auf N26 allein entfallen rund zweieinhalbmal so viele Verbindungen wie auf alle Sparkassen zusammen.
Freiberufler banken bei N26, GmbHs bei Qonto
Neu in dieser Ausgabe ist die Auswertung nach Rechtsform. Sie zeigt drei unterschiedliche Bankenlandschaften.
Bei Freiberuflern ist N26 die Hausbank: Fast jeder dritte hat ein N26-Konto verbunden (rund 31 Prozent), dahinter folgt Revolut mit rund 16 Prozent. Bei Gewerbetreibenden liegt N26 mit rund 21 Prozent ebenfalls vorn, doch schon auf Platz zwei folgt die Sparkasse mit rund 16 Prozent. Bei UG und GmbH führt Qonto: Fast jede dritte Kapitalgesellschaft hat ein Qonto-Konto verbunden (rund 31 Prozent), vor der Sparkasse mit rund 15 Prozent, Finom mit rund 14 und Vivid mit rund 11 Prozent. N26 taucht bei Kapitalgesellschaften nicht unter den fünf häufigsten Banken auf.
Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind bei Gewerbetreibenden und Kapitalgesellschaften fast doppelt so stark vertreten wie bei Freiberuflern: Rund jedes fünfte Gewerbe und jede fünfte UG oder GmbH hat eine Sparkasse oder Volksbank verbunden (rund 22 und 21 Prozent), aber nur rund jeder achte Freiberufler (rund 12 Prozent).
Was sich von Quartal zu Quartal verändert
Über sechs Quartale verschiebt sich das Bild langsam. Der Neobank-Anteil an allen Verbindungen lag Mitte 2025 bei rund 69 Prozent und Ende September 2026 bei rund 63 Prozent; im letzten Quartal sank er um gut 2 Punkte. Im selben Quartal stiegen Sparkassen und Genossenschaftsbanken von rund 11 auf rund 12 Prozent, N26 sank von rund 24 auf rund 22 Prozent, und Qonto stieg von rund 6 auf rund 8 Prozent.
Bewegungen von 2 bis 3 Punkten werten wir nicht als Trend. Sie gehen vor allem darauf zurück, wer neu in den Daten ist: Seit Anfang 2026 kommen deutlich mehr Gewerbetreibende und Kapitalgesellschaften dazu, und die banken anders als Freiberufler. Innerhalb einer Rechtsform ist das Bild ruhiger. Von den Freiberuflern hatten Ende März, Ende Juni und Ende September 2026 jeweils rund 29 bis 31 Prozent ein N26-Konto verbunden und rund 10 bis 12 Prozent eine Sparkasse oder Volksbank.
Die große Leerstelle: die Sparkasse
Der Abstand zum Privatkundenmarkt bleibt trotzdem groß. Dort sind Sparkassen und Genossenschaftsbanken die tragende Säule. Zusammen halten sie rund die Hälfte aller privaten Girokonten: die Sparkassen je nach Zählung rund 35 bis 45 Prozent, die Volks- und Raiffeisenbanken rund 13 Prozent. Unter den hier ausgewerteten Selbstständigen kommen beide Gruppen zusammen auf rund 12 Prozent der Verbindungen.
Aus rund der Hälfte wird rund ein Achtel. Die Institutsgruppe, die das deutsche Privatkundengeschäft prägt, spielt im operativen Alltag dieser Selbstständigen eine Nebenrolle, am ehesten noch bei Gewerbe und GmbH.
Warum das so ist und was es bedeutet
Ein Grund liegt in der Natur der Daten, und wir benennen ihn offen: Wer seine Buchhaltung digital führt und das Konto per Schnittstelle anbindet, gehört zur digital arbeitenden Hälfte der Selbstständigen. Genau dort sind Neobanken stark: Sie bieten die schnellste Kontoeröffnung, die beste App und die offensten Schnittstellen. Der tatsächliche Sparkassen-Anteil über alle Selbstständigen hinweg dürfte deshalb höher liegen als rund 12 Prozent.
Die Auswertung nach Rechtsform zeigt außerdem: Die Bankwahl hängt an der Rechtsform. Freiberufler, die meist allein und unter eigenem Namen arbeiten, wählen am häufigsten N26 oder Revolut. Wer eine UG oder GmbH führt, braucht ein Konto für eine Kapitalgesellschaft, und dort liegen Qonto, Finom und Vivid vorn. Gewerbetreibende stehen dazwischen und halten der Sparkasse am ehesten die Treue. Für die Neobanken ist das Bild trotzdem in allen drei Gruppen eindeutig: Überall führt eine Neobank, und in jeder Rechtsform gehen rund sechs von zehn Bankverbindungen an Neobanken.
Diese Auswertung aktualisieren wir quartalsweise an dieser Adresse; Änderungen dokumentiert das Protokoll am Seitenende. Alle Auswertungen dieser Rubrik: Daten & Analysen.
Methodik
Grundlage sind die Bankverbindungen, die Selbstständige und Kleinunternehmen in Deutschland in Norman mit ihrer Buchhaltung verknüpft haben, mit Daten bis 30. September 2026. Gezählt wird jede begonnene Verbindung, auch wenn die Bank die Anbindung nicht abschließt: Ausschlaggebend ist, welches Konto jemand verbinden will. Bei klassischen Banken schlagen Open-Banking-Anbindungen häufiger fehl; abgeschlossene Verbindungen allein würden ihren Anteil unterschätzen. Mehrfachverbindungen zur selben Bank sind zusammengefasst; verschiedene rechtliche Einheiten derselben Marke (z. B. mehrere Revolut- oder Postbank-Gesellschaften) sind zu einer Marke vereint. Ausgewertet sind ausschließlich Norman-Kernnutzer; Verbindungen aus White-Label-Partnerschaften sind ausgeschlossen. „Neobanken & Fintechs“ umfasst u. a. N26, Revolut, Qonto, Finom, Vivid, Wise, Kontist, bunq und C24; Direktbanken wie DKB und ING zählen zu den klassischen Banken.
Ein Unternehmen kann mehrere Banken verbinden. Anteile nach Banktyp und Bank beziehen sich auf alle Verbindungen; die Auswertung nach Rechtsform zeigt den Anteil der Unternehmen, die mindestens ein Konto bei der jeweiligen Bank verbunden haben. Die Rechtsform stammt aus den Unternehmensangaben in Norman; UG und GmbH sind zusammengefasst. Interne und Test-Konten sind ausgeschlossen.
Alle Werte sind Anteile; keine veröffentlichte Kennzahl basiert auf weniger als 40 Unternehmen. Absolute Nutzerzahlen veröffentlichen wir nicht. Die Stichprobe bildet digital arbeitende Selbstständige ab und überzeichnet Neobanken tendenziell, da diese die besten Schnittstellen bieten.
Marktanteile im Privatkundengeschäft nach Der Bank Blog und Handelsblatt. Wie wir grundsätzlich mit Daten arbeiten, dokumentiert Methodik & Datengrundlage.
Über diese Daten
Norman ist eine Buchhaltungsplattform für Selbstständige und kleine Unternehmen in Deutschland; dort entstehen die hier ausgewerteten, anonymisierten Bankverbindungen. Grafiken und Zahlen dieser Seite dürfen mit Quellenangabe „Norman“ frei verwendet werden. Presseanfragen und Datenwünsche: press@norman.finance.
Änderungsprotokoll
- Juni 2026: Erste Ausgabe. Anteile nach Banktyp und Marke; Stand Juni 2026.
- Oktober 2026: Ausgabe 2. Daten bis Ende September 2026, gleiche Zählweise wie in Ausgabe 1 (jede begonnene Bankverbindung); neu sind die Auswertung nach Rechtsform und die Entwicklung von Quartal zu Quartal. Der Neobank-Anteil an allen Verbindungen liegt jetzt bei rund 63 Prozent (Ausgabe 1: rund 66), der Anteil der Sparkassen und Genossenschaftsbanken bei rund 12 Prozent (Ausgabe 1: rund 10), vor allem weil die Daten mehr Gewerbetreibende und Kapitalgesellschaften enthalten.
Norman übernimmt die operative Arbeit im Hintergrund
Von Rechnungen bis Buchhaltung: Norman organisiert wiederkehrende Finanzarbeit, damit du Fristen sauber einhältst und weniger manuell nachhalten musst.