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Vorsorgeaufwendungen Selbstständige 2026: Kranken- und Rentenversicherung steuerlich absetzen

Vorsorgeaufwendungen sind 2026 einer der größten Steuerhebel für Selbstständige. Höchstbetrag 30.826 €, 100 % Abzug. Wir zeigen, wie du das Maximum holst.

Kategorie
Steuern
Aktualisiert
Autor:in
Diana

Als Selbstständige:r zahlst du Kranken-, Pflege-, Renten- und Pflichtversicherungen vollständig aus eigener Tasche. Die gute Nachricht: Ein großer Teil dieser Beiträge mindert deine Einkommensteuer. 2026 liegt der Höchstbetrag für Altersvorsorgeaufwendungen bei 30.826 € (Alleinstehende) bzw. 61.652 € (Ehepaare). Wer die Spielräume kennt, spart oft mehrere tausend Euro Steuern pro Jahr. In diesem Guide zeigen wir dir, was wann absetzbar ist und wie Norman die Beiträge automatisch erfasst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Altersvorsorge (gesetzliche Rente, Rürup, Versorgungswerk) ist 2026 zu 100 % absetzbar, bis zum Höchstbetrag von 30.826 € (ledig) bzw. 61.652 € (zusammenveranlagt).
  • Kranken- und Pflegeversicherung sind in Höhe der Basisversorgung voll absetzbar, Zusatzleistungen nicht.
  • Sonstige Versicherungen (Berufsunfähigkeit, Haftpflicht, Unfall) fallen unter einen Höchstbetrag von 2.800 €, der bei Selbstständigen meist schon durch die Krankenversicherung ausgeschöpft ist.
  • Berufliche Versicherungen (Berufshaftpflicht, Cyber) sind keine Vorsorgeaufwendungen, sondern Betriebsausgaben in der EÜR.
  • Alles Private gehört in die Anlage Vorsorgeaufwand, nicht in die EÜR.

Was sind Vorsorgeaufwendungen?

Vorsorgeaufwendungen sind Beiträge zur Absicherung gegen die typischen Lebensrisiken: Alter, Krankheit, Pflege, Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeit und Haftpflicht. Steuerlich werden sie als Sonderausgaben behandelt (§§ 10, 10a EStG); sie reduzieren also dein zu versteuerndes Einkommen, nicht den Gewinn aus deiner Selbstständigkeit.

Wichtig: Vorsorgeaufwendungen gehören nicht in die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR), sondern in die Anlage Vorsorgeaufwand deiner Einkommensteuererklärung.

Die drei Stufen der Vorsorgeaufwendungen

Das Finanzamt behandelt Vorsorgeaufwendungen in drei Stufen mit jeweils eigenen Regeln und Höchstbeträgen. Wer weiß, in welche Stufe ein Beitrag fällt, weiß auch sofort, wie viel davon steuerlich zählt.

Diagramm der drei Stufen der Vorsorgeaufwendungen 2026: Altersvorsorge 100 % bis 30.826 €, Kranken- und Pflegeversicherung 100 % des Basisanteils, sonstige Vorsorge maximal 2.800 €, plus separater Weg für berufliche Versicherungen als Betriebsausgabe
Drei Stufen, drei Regeln: Altersvorsorge, Basis-Kranken/Pflege und sonstige Vorsorge; berufliche Versicherungen laufen separat als Betriebsausgabe.
StufeWas zählt dazuHöchstbetrag 2026Absetzbar
AltersvorsorgeGesetzliche Rente, Rürup, Versorgungswerk30.826 € (61.652 € Paare)100 %
Kranken + Pflege (Basis)GKV / PKV-Basistarif, Pflegepflichtkein fester Euro-Deckel100 % des Basisanteils
Sonstige VorsorgeBerufsunfähigkeit, Haftpflicht, Unfall, Risikoleben2.800 €im Rahmen des Limits

Altersvorsorge: 100 % absetzbar bis zum Höchstbetrag

Seit 2023 sind Beiträge zur Basis-Altersvorsorge vollständig als Sonderausgaben abziehbar. Dazu zählen:

  • Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung (freiwillig oder pflichtversichert)
  • Beiträge zu einem berufsständischen Versorgungswerk (Ärzte, Anwälte, Architekten, Steuerberater u. a.)
  • Beiträge zur Rürup-Rente (Basisrente)
  • Beiträge zur landwirtschaftlichen Alterskasse

Der Höchstbetrag für 2026 liegt bei 30.826 € bei Einzelveranlagung und 61.652 € bei Zusammenveranlagung. Er ist kein willkürlicher Wert, sondern leitet sich aus dem Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung ab: Beitragsbemessungsgrenze West 124.800 € × Beitragssatz 24,7 % = 30.825,60 €, gerundet 30.826 €. Weil die Bemessungsgrenze jedes Jahr steigt, wächst auch der absetzbare Höchstbetrag:

JahrHöchstbetrag (ledig)Höchstbetrag (Paare)
202427.566 €55.132 €
202529.344 €58.688 €
202630.826 €61.652 €

Tipp: Selbstständige sind nicht automatisch gesetzlich rentenversichert. Wer keine Pflichtversicherung hat, sollte eine Rürup-Rente prüfen; sie ist die einzige private Altersvorsorge, die voll absetzbar ist. Wer den Höchstbetrag mit Rürup ausreizt, spart je nach Steuersatz mehrere tausend Euro pro Jahr.

Krankenversicherung: Basisbeiträge voll, Zusatzleistungen begrenzt

Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind in voller Höhe absetzbar, soweit sie der Basisversorgung dienen. Das gilt für:

  • Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) als freiwillig versicherte:r Selbstständige:r
  • Beiträge zur privaten Krankenversicherung (PKV) in Höhe des Basistarifs

Zusatzleistungen wie Einbettzimmer, Chefarztbehandlung oder Auslandskrankenversicherung sind nicht in voller Höhe absetzbar. Die PKV bescheinigt dir jedes Jahr, welcher Anteil der Beiträge zur Basisversorgung gehört; diesen Wert übernimmst du in die Steuererklärung.

Wer Krankentagegeld absetzen möchte, kann das nur im Rahmen der "sonstigen Vorsorgeaufwendungen", und dort gilt für Selbstständige ein Höchstbetrag von 2.800 € pro Jahr.

Sonstige Vorsorgeaufwendungen: 2.800 € Höchstbetrag

Innerhalb des 2.800-€-Limits (für Selbstständige, die ihre Krankenversicherung allein tragen) kannst du absetzen:

  • Arbeitslosenversicherung (z. B. freiwillige Weiterversicherung in der ALV)
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Risikolebensversicherung
  • Haftpflichtversicherung (privat, nicht berufsbedingt)
  • Unfallversicherung

Zum Vergleich: Angestellte haben hier nur ein Limit von 1.900 €. Der höhere Betrag für Selbstständige gleicht aus, dass sie ihre Krankenversicherung komplett selbst tragen.

Wichtig: Die Beiträge zur Basis-Krankenversicherung zählen schon zur ersten Stufe (voll absetzbar) und werden gegen dieses Limit gerechnet. Übersteigen sie 2.800 €, ist das 2.800-€-Limit für die "sonstigen Versicherungen" praktisch komplett ausgeschöpft; weitere Versicherungen wie eine Berufsunfähigkeits- oder Haftpflichtpolice wirken sich steuerlich dann nicht mehr aus. Das ist kein Grund, auf die Absicherung zu verzichten; nur der Steuervorteil entfällt.

Berufliche Versicherungen: Direkt als Betriebsausgaben

Versicherungen mit beruflichem Charakter gehören nicht zu den Sonderausgaben, sondern in die EÜR als Betriebsausgaben. Dazu zählen:

  • Berufshaftpflichtversicherung
  • Betriebshaftpflicht
  • Inhaltsversicherung für das Büro
  • Vermögensschadenhaftpflicht (bei Beratern, IT-Dienstleistern usw.)
  • Cyber-Versicherung

Diese Beiträge mindern direkt deinen Gewinn und sparen dir Einkommensteuer plus Gewerbesteuer (falls du gewerbetreibend bist). Der Unterschied zu den privaten Vorsorgeaufwendungen ist entscheidend: Er bestimmt, wo der Beitrag in der Steuererklärung landet und ob er den Gewinn oder nur das zu versteuernde Einkommen senkt:

Sonderausgaben (privat)Betriebsausgaben (beruflich)
BeispieleRürup, GKV/PKV Basis, BU, private HaftpflichtBerufshaftpflicht, Betriebshaftpflicht, Cyber
WohinAnlage VorsorgeaufwandEÜR / Anlage EÜR
Mindertzu versteuerndes EinkommenGewinn (ESt + ggf. GewSt)
Höchstbetragja (je nach Stufe)keiner (soweit betrieblich veranlasst)

Genau diese Trennung entscheidet, ob du zu viel oder zu wenig absetzt. Mehr dazu in unserem Beitrag zu Werbungskosten vs. Betriebsausgaben.

Beispielrechnung 2026

Eine selbstständige Webdesignerin (Steuerklasse I, ledig) zahlt 2026:

BeitragGezahlt 2026Steuerlich abzugsfähig
Rürup-Rente12.000 €12.000 € (voll, weit unter 30.826 €)
PKV Basisanteil6.500 €6.500 € (voll)
Pflegeversicherung600 €600 € (voll)
Berufsunfähigkeit1.800 €0 € (Limit ausgeschöpft)
Summe20.900 €19.100 €

Ergebnis: Gesamtabzug 19.100 €. Bei einem Grenzsteuersatz von 35 % spart sie rund 6.685 € Einkommensteuer, nur durch die richtige Zuordnung ihrer ohnehin gezahlten Beiträge.

Anlage Vorsorgeaufwand: Wo trägst du was ein?

Alle privaten Vorsorgebeiträge landen in der Anlage Vorsorgeaufwand deiner Einkommensteuererklärung, nicht in der EÜR. Die Anlage ist in drei Blöcke gegliedert, die den drei Stufen von oben entsprechen:

  1. Altersvorsorgebeiträge: gesetzliche Rente, Versorgungswerk und Rürup. Die Werte stehen auf den Bescheinigungen deines Versorgungsträgers.
  2. Kranken- und Pflegeversicherung: Hier trägst du den Basisanteil ein, den GKV oder PKV dir jährlich bescheinigen.
  3. Sonstige Vorsorgeaufwendungen: Berufsunfähigkeit, Haftpflicht, Unfall und ähnliche Policen, begrenzt auf 2.800 €.

Berufliche Versicherungen tauchen hier nicht auf; sie gehören in die Anlage EÜR als Betriebsausgabe. Diese saubere Trennung ist der häufigste Fehlerpunkt: Wer eine Berufshaftpflicht versehentlich als Sonderausgabe einträgt, verschenkt den vollen Gewinnabzug.

So überträgst du Vorsorgebeiträge mit Norman

Norman erfasst alle Versicherungsbeiträge automatisch über die Bank-Synchronisation. Die KI-Buchhaltung ordnet sie der richtigen Kategorie zu: Berufliche Versicherungen wandern in die EÜR als Betriebsausgabe, private Vorsorgeaufwendungen werden für die Anlage Vorsorgeaufwand deiner Einkommensteuererklärung vorbereitet. Du musst keine Kontoauszüge durchsuchen und keine Beiträge von Hand in Stufen sortieren.

Weitere klassische Steuerhebel für Selbstständige findest du in unseren Beiträgen Arbeitszimmer absetzen 2026 und Steuervorauszahlung Selbstständige.

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Häufige Fragen

Wie viel Vorsorgeaufwendungen kann ich als Selbstständige:r absetzen?

Altersvorsorge (Rente, Rürup, Versorgungswerk) ist 2026 bis 30.826 € (ledig) bzw. 61.652 € (Paare) voll absetzbar. Basis-Kranken- und Pflegeversicherung sind ohne festen Euro-Deckel abziehbar. Sonstige Versicherungen fallen unter ein 2.800-€-Limit, das oft schon durch die Krankenversicherung ausgeschöpft ist.

Ist die private Krankenversicherung voll absetzbar?

Nur der Basisanteil. Deine PKV bescheinigt dir jedes Jahr, welcher Teil der Beiträge auf die gesetzlich vorgeschriebene Grundversorgung entfällt; dieser Teil ist zu 100 % absetzbar. Zusatzleistungen wie Chefarztbehandlung oder Einbettzimmer zählen nicht.

Ist die Rürup-Rente steuerlich absetzbar?

Ja. Die Rürup-Rente (Basisrente) ist die einzige private Altersvorsorge, deren Beiträge zu 100 % als Sonderausgaben zählen, innerhalb des Höchstbetrags von 30.826 €. Für Selbstständige ohne Pflichtversicherung ist sie deshalb der wichtigste Hebel, um Altersvorsorge und Steuervorteil zu verbinden.

Zählt die Berufsunfähigkeitsversicherung zu den Vorsorgeaufwendungen?

Ja, aber nur unter den "sonstigen Vorsorgeaufwendungen" mit dem 2.800-€-Limit. Weil dieses Limit bei Selbstständigen meist schon durch die Krankenversicherung ausgeschöpft ist, bleibt für die BU steuerlich oft nichts übrig. Sinnvoll ist sie trotzdem; nur der Steuervorteil greift dann nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Vorsorgeaufwendungen und Betriebsausgaben?

Vorsorgeaufwendungen sind private Absicherungen (Rente, Kranken, BU) und mindern als Sonderausgaben dein zu versteuerndes Einkommen. Berufliche Versicherungen (Berufshaftpflicht, Cyber) sind Betriebsausgaben und mindern direkt deinen Gewinn; sie gehören in die EÜR, nicht in die Anlage Vorsorgeaufwand.

Fazit

Vorsorgeaufwendungen sind 2026 einer der größten Steuerhebel für Selbstständige. Wer Altersvorsorge und Krankenversicherung bewusst plant, kann den Höchstbetrag von 30.826 € voll ausschöpfen und mehrere tausend Euro Steuern sparen. Mit einer sauberen Trennung von beruflichen und privaten Versicherungen und einer Buchhaltung, die diese Trennung automatisch macht vermeidest du Fehler und holst das Maximum heraus.

Vorsorgebeiträge automatisch für die Steuer erfassen

Norman erkennt Renten-, Kranken- und Versicherungsbeiträge auf deinem Konto, trennt private Vorsorge von beruflichen Betriebsausgaben und bereitet die Anlage Vorsorgeaufwand vor, ohne Belegsammeln.