Kleinunternehmerregelung: ja oder nein?

Mach den 2-Minuten-Test und finde heraus, ob die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) für dich möglich ist, und ob sie sich mit deinen Kunden und Kosten wirklich lohnt. Stand: 2026.

Entscheidungshilfe

Der 2-Minuten-Test

Beantworte 5 kurze Fragen und erfahre, ob die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) für dich möglich ist, und ob sie sich wirtschaftlich lohnt. Stand: 2026.

Frage 1 von 5
Wo stehst du gerade?

Alle Fragen im Überblick

Deine Situation

Beantworte 5 kurze Fragen zu Umsatz und Kunden.

  1. Wo stehst du gerade?
    • Ich gründe gerade (noch keine Umsätze)
    • Ich bin im ersten Jahr und schreibe schon Rechnungen
    • Ich bin seit mehr als einem Jahr selbstständig
  2. Wie hoch war dein Gesamtumsatz im letzten Jahr?

    Netto, also ohne Umsatzsteuer. Seit 2025 gilt: Vorjahresumsatz bis 25.000 € ist die erste Voraussetzung (§ 19 UStG).

    • Es gab kein letztes Jahr (Gründung)
    • Bis 25.000 €
    • Über 25.000 €
  3. Welchen Umsatz erwartest du im laufenden Jahr?

    Im Gründungs- und ersten Jahr gilt die 25.000-€-Grenze für den tatsächlichen Umsatz. Danach endet die Regelung erst über 100.000 €, und zwar ab dem Umsatz, der die Grenze reißt.

    • Bis 25.000 €
    • 25.000–100.000 €
    • Über 100.000 €
  4. Wer sind deine Kunden hauptsächlich?

    Geschäftskunden holen sich die Umsatzsteuer als Vorsteuer zurück. Für sie macht deine ausgewiesene USt keinen Preisunterschied.

    • Privatkunden (B2C)
    • Geschäftskunden (B2B)
    • Gemischt
  5. Planst du größere Anschaffungen oder hast du hohe laufende Kosten?

    Als Kleinunternehmer bekommst du die in Ausgaben enthaltene Umsatzsteuer (Vorsteuer) nicht zurück.

    • Ja, spürbare Investitionen oder Kosten
    • Nein, kaum Ausgaben

Alle möglichen Ergebnisse

Ja: Die Kleinunternehmerregelung passt zu dir

Du bleibst unter den Grenzen (25.000 € Vorjahr / 100.000 € laufendes Jahr) und hast weder ein starkes B2B- noch ein Vorsteuer-Argument dagegen. Du stellst Rechnungen ohne Umsatzsteuer, gibst keine Umsatzsteuervoranmeldung ab und hältst deine Buchhaltung minimal.

  • Keine Umsatzsteuer auf deinen Rechnungen (Hinweis auf § 19 UStG genügt)
  • Keine UStVA: weniger Fristen, weniger Bürokratie
  • Achte auf die Grenzen: 25.000 € (Vorjahr) und 100.000 € (laufendes Jahr)
  • E-Rechnungen musst du empfangen können; ausstellen musst du sie nicht

Norman überwacht deine Umsätze mit. Du siehst, wie nah du an der Grenze bist.

Der Status wird im „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ gewählt. Dieser Test ist eine Orientierung, keine Steuerberatung.

Möglich, aber rechne nach, ob sie sich lohnt

Du erfüllst die Voraussetzungen, aber mindestens ein Faktor spricht gegen die Kleinunternehmerregelung: B2B-Kunden ziehen sich die Umsatzsteuer ohnehin als Vorsteuer, bei größeren Anschaffungen verschenkst du den Vorsteuerabzug, und wer dieses Jahr über 25.000 € kommt, fällt nächstes Jahr ohnehin in die Regelbesteuerung.

  • B2B-Kunden: ausgewiesene USt kostet deine Kunden effektiv nichts
  • Vorsteuerabzug: bei Investitionen bekommst du als Kleinunternehmer nichts zurück
  • Über 25.000 € in diesem Jahr → ab nächstem Jahr Regelbesteuerung
  • Wichtig: Verzichtest du freiwillig, bindet dich das 5 Jahre

Tipp: Entscheide nach Kundenstruktur und Investitionen, nicht nach Bequemlichkeit.

Norman funktioniert in beiden Varianten: ohne USt als Kleinunternehmer oder mit automatischer UStVA in der Regelbesteuerung. Dieser Test ist eine Orientierung, keine Steuerberatung.

Regelbesteuerung: Die Kleinunternehmerregelung ist nicht (mehr) drin

Deine Umsätze liegen über den Grenzen des § 19 UStG (25.000 € Vorjahr bzw. 100.000 € im laufenden Jahr; im ersten Jahr gelten die 25.000 € für den tatsächlichen Umsatz). Das ist ein gutes Zeichen: Dein Geschäft wächst. Du weist Umsatzsteuer aus, bekommst dafür den vollen Vorsteuerabzug, und die UStVA lässt sich komplett automatisieren.

  • Umsatzsteuer ausweisen (19 % / 7 %) und UStVA abgeben
  • Voller Vorsteuerabzug auf deine Ausgaben
  • Wird die 100.000-€-Grenze unterjährig gerissen, gilt die Regelbesteuerung ab genau diesem Umsatz
  • Norman erstellt und übermittelt die UStVA automatisch per ELSTER

Regelbesteuerung heißt vor allem: Fristen. Norman übernimmt sie automatisch.

Dieser Test ist eine Orientierung, keine Steuerberatung. Die verbindliche Einordnung läuft über das Finanzamt.

Kleinunternehmer vs. Regelbesteuerung

Was sich im Alltag wirklich unterscheidet.

Kleinunternehmer (§ 19 UStG)Regelbesteuerung
Umsatzsteuer auf RechnungenNein: Hinweis auf § 19 UStG genügtJa, 19 % bzw. 7 %
Umsatzsteuervoranmeldung (UStVA)KeineMonatlich oder vierteljährlich
VorsteuerabzugNein: USt in Ausgaben ist verlorenJa, voller Abzug
Grenzen25.000 € Vorjahr / 100.000 € laufendes Jahr (netto)Keine
Wirkung bei B2B-KundenKein Preisvorteil: Kunden holen sich USt ohnehin zurückNeutral: Kunden ziehen Vorsteuer
Preisvorteil bei PrivatkundenJa: bis zu 19 % günstiger oder mehr MargeNein
WechselEndet automatisch über den Grenzen; freiwilliger Verzicht bindet 5 JahreZurück nur, wenn die Grenzen wieder eingehalten werden

Die sechs Faktoren, die entscheiden

Erst die Grenzen, dann die Wirtschaftlichkeit.

01

25.000 € im Vorjahr

Erste Voraussetzung (§ 19 UStG, seit 2025): Dein Gesamtumsatz im Vorjahr darf 25.000 € netto nicht überschreiten. Darüber gilt im Folgejahr automatisch die Regelbesteuerung.

02

100.000 € im laufenden Jahr

Zweite Grenze: Überschreitest du im laufenden Jahr 100.000 € netto, endet die Regelung sofort, und zwar ab genau dem Umsatz, der die Grenze reißt. Kein rückwirkender Wechsel.

03

Gründungsjahr: 25.000 € tatsächlich

Im ersten Jahr gilt die 25.000-€-Grenze für den tatsächlichen Umsatz: seit 2025 ohne Hochrechnung auf zwölf Monate. Überschreiten beendet die Regelung ab diesem Umsatz.

04

B2B oder B2C?

Geschäftskunden ziehen deine Umsatzsteuer als Vorsteuer ab. Für sie bist du ohne USt keinen Cent günstiger. Der Preisvorteil der Kleinunternehmerregelung wirkt nur bei Privatkunden.

05

Investitionen & Vorsteuer

Laptop, Kamera, Software, Büro: Als Kleinunternehmer bekommst du die enthaltene Umsatzsteuer nicht zurück. Bei größeren Anschaffungen ist die Regelbesteuerung oft bares Geld wert.

06

Verzicht bindet 5 Jahre

Du kannst freiwillig zur Regelbesteuerung optieren (z. B. wegen Vorsteuerabzug): die Entscheidung bindet dich aber für mindestens fünf Kalenderjahre. Vorher rechnen lohnt sich.

So entscheidest du dich richtig

Drei Schritte von der Prüfung bis zur Umsetzung.

Grenzen prüfen

Mach den Test oben: Vorjahr bis 25.000 €, laufendes Jahr bis 100.000 €? Nur dann ist die Kleinunternehmerregelung überhaupt möglich.

Kunden und Kosten durchrechnen

Überwiegend B2B oder größere Investitionen geplant? Dann verschenkst du mit der Regelung oft Geld: trotz weniger Bürokratie.

Status festlegen und Norman einrichten

Die Wahl triffst du im „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ (oder später beim Finanzamt). Norman stellt Rechnungen korrekt mit oder ohne USt und übernimmt die UStVA automatisch, falls du regelbesteuert bist.

Unsicher? Mach den Test

In 2 Minuten weißt du, ob die Kleinunternehmerregelung zu dir passt.

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Häufige Fragen