Belegerfassung-App: 6 Tools im Vergleich (2026)

Fröhliche Diana, leitende Glücklichkeitsbeauftragte

Diana

Master of Science in Unternehmensfinanzierung

Master of Science in Unternehmensfinanzierung

Aktualisiert am:

ein Stapel Papierbelege, die aufbewahrt werden müssen

Belege abfotografieren, weiterleiten und nie wieder einen Schuhkarton aussortieren — das ist das Versprechen jeder Belegerfassung-App. In der Praxis liefern die Tools sehr unterschiedliche Qualität: manche erkennen jeden Posten zuverlässig per OCR, andere lassen dich Rechnungsnummern und Beträge weiterhin von Hand eintippen. Dieser Vergleich zeigt dir 6 gängige Belegerfassungs-Apps für Selbstständige und kleine Unternehmen in Deutschland — mit Preisen, Funktionen und ehrlichem Urteil, für wen sich welche App lohnt.


Was eine gute Belegerfassung-App können muss

Bevor wir in den Vergleich gehen: Diese Funktionen entscheiden, ob eine App dir Arbeit abnimmt oder nur eine digitale Schublade ist.

  • OCR-Qualität: Die App muss Datum, Betrag, USt-Satz, Lieferant und Rechnungsnummer automatisch aus dem Foto extrahieren. Nicht „Beleg gespeichert", sondern „alle Felder ausgefüllt".

  • GoBD-Konformität: Die Speicherung muss revisionssicher und unveränderbar sein. Nur dann ersetzt das digitale Foto den Originalbeleg laut Finanzamt.

  • Verbindung zur Buchhaltung: Eine reine Beleg-App, die Daten nur in PDFs ablegt, nützt dir wenig. Der Beleg muss automatisch in deine EÜR oder Buchhaltung fließen.

  • Bankabgleich: Die App sollte Belege automatisch der passenden Banktransaktion zuordnen — sonst machst du den Abgleich am Monatsende manuell.

  • Mobile App + Web: Belege fotografierst du unterwegs, prüfst sie aber am Schreibtisch. Beides muss reibungslos funktionieren.

Belege fotografieren, fertig — Norman übernimmt den Rest

Norman erkennt Datum, Betrag und USt-Satz automatisch aus dem Foto, ordnet den Beleg der passenden Banktransaktion zu und bucht ihn GoBD-konform in deine EÜR. Keine manuelle Erfassung, kein zweites Tool nötig.

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Die 6 besten Belegerfassung-Apps im Vergleich

1. Norman

Norman ist eine KI-Buchhaltungs-App mit integrierter Belegerfassung — keine eigenständige Scan-App, sondern ein vollständiges System. Du fotografierst den Beleg in der iOS- oder Android-App, die KI liest Lieferant, Datum, Betrag und USt-Satz, ordnet den Beleg der passenden Banktransaktion zu und bucht ihn direkt in deine EÜR oder UStVA.

Stärken: Belegerfassung ist Teil der Buchhaltung — du brauchst kein zweites Tool. GoBD-konforme Archivierung. Bankanbindung über offizielle PSD2-Schnittstellen. Rechnungen schreiben, Belege erfassen und Steuern einreichen passieren in derselben App.

Schwächen: Kein Workflow für mehrere Mitarbeiter mit Freigabeprozessen — Norman ist auf Solo-Selbstständige und kleine UG/GmbH zugeschnitten, nicht auf Teams mit 20+ Mitarbeitern.

Preis: Buchhaltung und Belegerfassung sind kostenlos und ohne Limit nutzbar.


2. Lexoffice (Lexware Office)

Lexoffice gehört zur Haufe-Lexware-Gruppe und ist die wohl bekannteste Buchhaltungssoftware in Deutschland. Die mobile App enthält einen Belegscanner mit OCR — du fotografierst den Beleg, die App schlägt Kontierung und MwSt-Satz vor, du bestätigst.

Stärken: Etabliert, solide OCR-Erkennung, große Nutzerbasis und viele Steuerberater kennen das Tool. DATEV-Export.

Schwächen: Bei kleinen Plänen ist die Belegmenge limitiert — wer viele Quittungen pro Monat erfasst, muss in höhere Tarife wechseln. UI gilt als überladen, weil das Tool für viele Anwendungsfälle gleichzeitig gebaut ist.

Preis: Ab ca. €9,90/Monat für die kleinste Stufe; Belegerfassung mit Kontierungsvorschlag erst ab höheren Tarifen voll nutzbar. Lies unseren Vergleich der 8 besten Lexoffice-Alternativen für Selbstständige.


3. sevDesk

sevDesk bietet eine eigene Belegerfassungs-App mit OCR — ähnlich wie Lexoffice. Die App erkennt Beträge automatisch und schlägt Buchungskonten vor. Belege werden GoBD-konform archiviert.

Stärken: Gute mobile App, automatische Belegerkennung, Bankanbindung, viele Integrationen (Stripe, Amazon, Etsy, Shopify). Steuerberater-Zugang.

Schwächen: OCR-Qualität schwankt je nach Beleg. Der Tarif für „echte" Belegerkennung mit unbegrenzter Menge ist teurer. Das Tool wird gelegentlich als zu komplex empfunden für reine Solo-Selbstständige.

Preis: Ab ca. €9/Monat (Rechnung-Tarif), Belegerkennung in höheren Stufen ab ca. €19/Monat.


4. Candis

Candis ist auf Rechnungs- und Belegmanagement spezialisiert — also eher Rechnungsverarbeitung mit Workflow als komplette Buchhaltung. Die App liest eingehende Lieferantenrechnungen automatisch aus, lässt sie freigeben und exportiert sie in DATEV oder andere Buchhaltungssysteme.

Stärken: Sehr gute OCR, vor allem bei wiederkehrenden Lieferantenrechnungen. Mehrstufige Freigabeprozesse für Teams. Saubere DATEV-Schnittstelle.

Schwächen: Kein eigenes Buchhaltungssystem — du brauchst zusätzlich DATEV, Lexoffice oder einen Steuerberater. Dadurch teurer als All-in-one-Lösungen. Für Solo-Selbstständige overkill.

Preis: Auf Anfrage; im Mittelstandssegment angesiedelt, typischerweise dreistellig pro Monat.


5. GetMyInvoices

GetMyInvoices ist keine klassische Beleg-Scan-App, sondern ein Tool, das Rechnungen automatisch aus über 10.000 Onlineportalen (Telekom, Amazon, Vodafone, Strato …) abruft. Belege landen ohne Fotografieren in deinem Buchhaltungssystem.

Stärken: Spart enorm Zeit, weil viele Rechnungen ohnehin online liegen — Lieferantenportale, SaaS-Abos, Telekommunikation. Kombiniert mit einer Buchhaltungssoftware ein starkes Setup.

Schwächen: Erfasst keine Papierbelege oder Kassenbons aus dem Restaurant — dafür brauchst du zusätzlich eine Scan-App. Eigenständig keine Buchhaltung.

Preis: Ab ca. €9,90/Monat, je nach Anzahl der Portale und Belege.


6. DATEV Unternehmen Online

DATEV Unternehmen Online ist die Belegplattform für Unternehmen, deren Steuerberater mit DATEV arbeitet. Du lädst Belege per Web oder App hoch, dein Steuerberater übernimmt die Buchhaltung.

Stärken: Standard im deutschen Steuerberater-Markt. Direkter Belegtransfer an deinen Berater. Hohe Akzeptanz beim Finanzamt.

Schwächen: Reine Belegabgabe-Plattform, keine eigene Buchhaltung für dich. Du brauchst zwingend einen Steuerberater. UI gilt als sehr nüchtern und nicht selbsterklärend. Wenn du DATEV ohne Berater einsetzen willst, lohnt der Blick auf DATEV-Alternativen für Selbstständige.

Preis: Ca. €9,80/Monat zzgl. Volumengebühren; läuft typischerweise über die Steuerberater-Kanzlei.


Vergleichstabelle: Belegerfassung-Apps 2026

App

OCR

Eigene Buchhaltung

Bankabgleich

Preis ab

Zielgruppe

Norman

Ja, KI-basiert

Ja

Ja

€0 (Buchhaltung gratis)

Selbstständige, UG/GmbH

Lexoffice

Ja

Ja

Ja

~€9,90/Monat

Selbstständige, KMU

sevDesk

Ja

Ja

Ja

~€9/Monat

Selbstständige, KMU

Candis

Ja, sehr stark

Nein

Über DATEV

auf Anfrage

KMU mit Steuerberater

GetMyInvoices

Nein (Portal-Abruf)

Nein

Nur Export

~€9,90/Monat

Solo + KMU mit vielen Online-Belegen

DATEV UO

Eingeschränkt

Nein (Berater)

Über Berater

~€9,80/Monat

KMU mit Steuerberater


Welche Belegerfassung-App passt zu dir?

Solo-Selbstständige & Freiberufler

Wenn du allein arbeitest und Belege schnell wegbuchen willst, ohne mehrere Tools zu jonglieren, lohnt sich eine integrierte Lösung wie Norman, Lexoffice oder sevDesk. Du fotografierst, die App liest aus, der Beleg landet automatisch in der EÜR. Kein Export, kein zweites System. Wer komplett kostenlos starten will, fährt mit Norman am günstigsten — Buchhaltung und Belegerfassung sind ohne Limit gratis.

UG, GmbH oder Kleinstunternehmen mit Steuerberater

Arbeitest du mit einem Steuerberater zusammen, ist DATEV Unternehmen Online oft der Standard, weil dein Berater die Daten direkt übernimmt. Wenn dein Berater nicht zwingend DATEV verlangt, ist eine moderne Lösung mit DATEV-Export (Norman, Lexoffice, sevDesk) angenehmer in der täglichen Bedienung. Mehr zur Entscheidung Steuerberater oder Software liest du in unserem Vergleich Steuerberater vs. Buchhaltungssoftware.

Mittelstand mit hohem Belegvolumen

Bei vielen Lieferantenrechnungen pro Monat und mehreren Mitarbeitern, die freigeben müssen, ist Candis die spezialisierteste Wahl — kombiniert mit DATEV oder Lexoffice. Reine Selbstständigen-Apps stoßen hier an Grenzen.

Wer viele Online-Rechnungen hat

Wenn ein Großteil deiner Belege ohnehin per E-Mail oder in Online-Portalen liegt (Hosting, SaaS, Telekommunikation, Werbeplattformen), spart GetMyInvoices in Kombination mit deiner Buchhaltungssoftware viel Zeit. Du fotografierst dann nur noch das, was wirklich auf Papier ist.


GoBD: Was Belegerfassung-Apps liefern müssen

Wer Belege digital erfasst, muss die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoBD) einhalten. Das Finanzamt erkennt das Foto als Originalbeleg an — vorausgesetzt, die App speichert es revisionssicher und unveränderbar. Konkret bedeutet das:

  • Unveränderbarkeit: Belege dürfen nach dem Erfassen nicht mehr ohne Protokoll editierbar sein.

  • Vollständigkeit: Datum, Lieferant, Betrag, USt müssen erfassbar und durchsuchbar sein.

  • Verfahrensdokumentation: Du brauchst eine Beschreibung, wie deine Belegerfassung in der App abläuft. Seriöse Anbieter stellen eine Vorlage bereit.

  • Aufbewahrung 8 Jahre: Buchungsbelege müssen 8 Jahre aufbewahrt werden — das übernimmt die App, solange dein Vertrag läuft.

Alle sechs hier verglichenen Apps sind GoBD-konform — der Punkt ist beim Vergleich also kein Differenzierungsmerkmal mehr. Wichtiger ist die OCR-Qualität und ob die App die Belege auch automatisch verbucht. Wer tiefer in das Thema einsteigen will, findet weitere Hinweise in unserem Artikel Belege für die Steuererklärung sammeln.


Häufige Fragen

Reicht ein Foto vom Beleg fürs Finanzamt?

Ja — wenn die App GoBD-konform speichert. Das BMF-Schreiben „Ersetzendes Scannen" erlaubt seit Jahren, Originalbelege nach dem Scannen zu vernichten, sofern die digitale Kopie unveränderbar abgelegt wird. Eine Verfahrensdokumentation solltest du dazu erstellen.

Was ist mit Bewirtungsbelegen?

Bei Bewirtungskosten gibt es eine Sonderregel: Du musst neben dem Beleg auch Anlass, Teilnehmer und Datum dokumentieren. Norman, Lexoffice und sevDesk bieten dafür eigene Felder direkt in der Beleg-Erfassung. Lies dazu auch unsere Hinweise zur automatisierten Buchhaltung.

Was kostet eine Belegerfassung-App im Schnitt?

Die meisten Anbieter starten zwischen €9 und €15 pro Monat. Norman ist die Ausnahme — Belegerfassung und Buchhaltung sind kostenlos, Geld kostet nur die Steuereinreichung (ab €12/Monat im Klein-Plan).

Funktionieren die Apps auch ohne Internet?

Du kannst Belege offline fotografieren — die OCR-Erkennung und Buchung passieren erst online. Sobald du wieder Empfang hast, synchronisiert die App automatisch. Bei längeren Reisen ohne Netz also kein Problem.

Was, wenn ich später wechseln will?

Alle Anbieter bieten DATEV- oder CSV-Export. Du kannst deine Belege also mit zur neuen Software nehmen. Achte beim Wechsel auf die Aufbewahrungsfristen — die laufen unabhängig vom Tool weiter.


Fazit

Eine gute Belegerfassung-App spart dir 2 bis 4 Stunden pro Monat, vermeidet verlorene Quittungen und hält deine UStVA und EÜR sauber. Für Solo-Selbstständige und kleine Kapitalgesellschaften lohnt sich eine integrierte All-in-one-Lösung — sie sparst dir das Hin-und-Her zwischen Scan-Tool und Buchhaltung. Wenn du die Buchhaltung gleich mit erledigen willst, ohne pro Monat extra zu zahlen, ist Norman der einfachste Einstieg: Belege scannen, USt-Satz erkennen, Bankabgleich, EÜR — alles in einer App, ohne Belegmengen-Limit.

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Norman gibt niemals finanzielle, rechtliche oder steuerliche Beratung.

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© 2026 Norman AI GmbH

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