UG gründen Kosten 2026: Echte Zahlen für die Mini-GmbH (mit Beispielrechnung)

Fröhliche Diana, leitende Glücklichkeitsbeauftragte

Diana

Master of Science in Unternehmensfinanzierung

Master of Science in Unternehmensfinanzierung

Aktualisiert am:

Ein Startkapital von 1 Euro ist nicht real.

Eine UG (haftungsbeschränkt) zu gründen kostet 2026 typischerweise 240 € bis 500 € an reinen Gründungsgebühren — wenn du das Musterprotokoll nutzt und allein gründest. Mit zwei oder drei Gesellschaftern und mehr Stammkapital landest du bei 400 € bis 800 €, mit eigenem Gesellschaftsvertrag und Beratung schnell bei 1.500 € bis 3.000 €. Das Stammkapital startet bei 1 € — realistisch sind 500 € bis 2.000 €, damit du nach der Gründung nicht sofort zahlungsunfähig bist. Hier ist die ehrliche Kostenaufstellung, inklusive der Posten, die in vielen Online-Rechnern fehlen.


Die Gesamtkosten auf einen Blick

Die Kosten der UG-Gründung teilen sich in drei Blöcke: einmalige Gebühren, das Stammkapital (kein Aufwand, sondern Einlage in dein eigenes Unternehmen) und die laufenden Kosten ab Tag 1. Anders als bei der GmbH sind die Notarkosten bei der UG mit Musterprotokoll nicht an einen Mindestgeschäftswert gekoppelt — sie skalieren mit deinem tatsächlichen Stammkapital nach unten.

  • Notar Beurkundung — ~ 60 – 120 € — ~ 150 – 220 € — ~ 380 – 600 €

  • Notar HR-Anmeldung — ~ 40 – 80 € — ~ 60 – 120 € — ~ 80 – 160 €

  • Handelsregister-Eintragung — 150 € — 150 € — 150 €

  • Bundesanzeiger — ~ 1 – 5 € — ~ 1 – 5 € — ~ 1 – 5 €

  • Gewerbeanmeldung — 15 – 65 € — 15 – 65 € — 15 – 65 €

  • IHK-Pflichtbeitrag (Jahr 1) — 0 € — 0 € — 0 €

  • Beratung (Steuerberater/Anwalt) — 0 € — 0 € — 500 – 2.000 €

Dazu kommt das Stammkapital ab 1 €. Bei der UG muss das komplette Stammkapital in voller Höhe und ausschließlich in bar eingezahlt sein, bevor der Notar die Eintragung beim Handelsregister einreicht — Sacheinlagen sind nach § 5a Abs. 2 GmbHG ausgeschlossen. Das Geld gehört aber weiterhin dir bzw. der UG und darf ab Tag 1 für Laptop, Software, Miete oder Marketing ausgegeben werden.

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Die einzelnen Kostenposten im Detail

1. Notarkosten — bei der UG der größte Hebel

Beurkundung und HR-Anmeldung müssen über einen Notar laufen. Die Gebühren richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) und sind bundesweit identisch. Der entscheidende Unterschied zur GmbH: § 105 Abs. 6 GNotKG schließt für die UG-Gründung im vereinfachten Verfahren (Musterprotokoll, § 2 Abs. 1a GmbHG) den Mindestgeschäftswert von 30.000 € ausdrücklich aus. Bei der UG werden die Notargebühren also auf deinem tatsächlichen Stammkapital berechnet — bei 500 € Stammkapital eben aus 500 €.

  • Beurkundung mit Musterprotokoll, 1 Gesellschafter, niedriges Stammkapital (1 – 1.000 €): Mindestgebühr greift, rund 60 – 120 € brutto inkl. Auslagen

  • Beurkundung mit Musterprotokoll, 1 Gesellschafter, 5.000 € Stammkapital: rund 90 – 150 €

  • Beurkundung mit Musterprotokoll, 2-3 Gesellschafter: verdoppelter Gebührensatz (1,0 statt 0,5), rund 150 – 220 €

  • Beurkundung mit eigenem Gesellschaftsvertrag (jenseits Musterprotokoll): 2,0 Gebühr, hier greift wieder der Mindestgeschäftswert von 30.000 €, rund 380 – 600 € brutto

  • Anmeldung beim Handelsregister: 0,5 Gebühr, rund 40 – 100 € + Mehrkosten pro Geschäftsführer-Unterschrift

  • XML-Versand, Beglaubigungen, MwSt., Auslagen: rund 20 – 60 €

Wichtig: Musterprotokoll ist nur möglich, wenn die UG maximal drei Gesellschafter und einen Geschäftsführer hat. Sobald du davon abweichen willst (z. B. Vesting, mehrere Geschäftsführer, Holding-Konstrukt), brauchst du einen individuellen Vertrag — und damit den 30.000-€-Mindestgeschäftswert beim Notar.

2. Handelsregister: 150 € pauschal

Die Eintragung beim Handelsregister kostet bei der UG wie bei der GmbH pauschal 150 € — unabhängig vom Stammkapital. Bezahlt wird nicht direkt beim Notar, sondern per Vorschussrechnung des Amtsgerichts, die etwa zwei Wochen nach dem Notartermin kommt.

3. Bundesanzeiger: 1 – 5 €

Die Pflichtveröffentlichung der HR-Eintragung im Bundesanzeiger kostet nur wenige Euro und läuft automatisch übers Amtsgericht. Ab dem ersten abgeschlossenen Geschäftsjahr kommt die Offenlegungspflicht für deinen Jahresabschluss dazu — auch hier sind die Veröffentlichungskosten gering (rund 50 – 70 € pro Jahr für kleine UGs).

4. Gewerbeanmeldung: 15 – 65 €

Eine UG muss am Sitz der Gesellschaft ein Gewerbe anmelden — das macht der Geschäftsführer beim Gewerbeamt. Die Gebühr variiert: Berlin 26 €, München 50 €, Hamburg 20 €, kleinere Gemeinden oft 15 – 25 €. Das Formular dauert fünf Minuten, einen Termin brauchst du meist nicht.

5. Stammkapital: ab 1 €, realistisch 500 – 2.000 €

Das Stammkapital ist kein Kostenposten, sondern eine Einlage in dein eigenes Unternehmen. Theoretisch reichen 1 € — praktisch wäre das Selbstmord, denn allein die Gründungsgebühren liegen bei rund 300 €, die direkt aus dem Stammkapital bezahlt werden. Sinnvolle Untergrenze: 500 €, besser 1.000 – 2.000 €, um die Gründung, das erste Quartal Bankgebühren und ein Mindestpolster abzudecken.

Die Pflichten bei der UG-Einzahlung sind strenger als bei der GmbH:

  • Voll-Einzahlung Pflicht: Das gesamte Stammkapital muss vor der HR-Anmeldung auf dem Geschäftskonto sein (bei der GmbH reichen 50 %).

  • Nur Bareinlagen: § 5a Abs. 2 GmbHG schließt Sacheinlagen aus — du kannst keinen Laptop oder kein Auto als Stammkapital einbringen.

  • Frei verwendbar nach Eintragung: Sobald die UG im Handelsregister steht, darfst du das Geld sofort für Software, Miete, Equipment oder Marketing ausgeben.

6. Die 25 %-Rücklage — der eigentliche Preis der UG

Das ist der Posten, der UG-Gründer am meisten unterschätzt: Nach § 5a Abs. 3 GmbHG musst du ein Viertel deines Jahresüberschusses (abzüglich Verlustvorträge) in eine gesetzliche Rücklage einstellen. Das Geld kannst du nicht ausschütten, sondern nur für:

  • Kapitalerhöhungen aus Gesellschaftsmitteln

  • Verlustausgleich (eigene oder Vorjahresverluste)

Sobald die Rücklage zusammen mit dem Stammkapital die 25.000-€-Schwelle erreicht, endet die Pflicht und du kannst auf eine vollwertige GmbH umfirmieren (die UG-Bezeichnung darf bleiben, ist aber freiwillig). Bei 20.000 € Jahresgewinn dauert das rein rechnerisch fünf Jahre. Plane das ein — die 25 % sind echtes Geld, das du nicht entnehmen kannst, auch nicht als Gewinnausschüttung.

7. IHK-Pflichtbeitrag

Jede UG ist automatisch Pflichtmitglied der IHK. Im ersten Geschäftsjahr sind Existenzgründer beitragsfrei, wenn der Gewinn unter 25.000 € liegt — was bei den meisten Neugründungen der Fall ist. Auch in den Folgejahren gibt es Erleichterungen. Ab dem fünften Jahr zahlst du den Grundbeitrag (je nach IHK 150 – 350 €) plus eine Umlage von ca. 0,15 % des Gewerbeertrags.

8. Geschäftskonto

Eine UG braucht ein separates Geschäftskonto auf den Firmennamen — Privatkonten sind bei Kapitalgesellschaften nicht zulässig. Online-Banken wie Qonto, Finom oder Holvi liegen bei 9 – 25 € pro Monat (oft mit 3 – 6 Monaten kostenlos), klassische Filialbanken bei 15 – 35 € plus eventuell Einrichtungsgebühr.

Praxis-Tipp: Eröffne das Konto vor dem Notartermin und überweise das Stammkapital direkt nach Beurkundung. Der Notar wartet auf den Einzahlungsbeleg, bevor er die HR-Anmeldung freigibt — wer hier trödelt, verliert eine Woche Bearbeitungszeit.


Beispielrechnung: Solo-UG mit 500 € Stammkapital

Jonas gründet allein eine UG für seine Webdesign-Tätigkeit. Er nutzt das Musterprotokoll, zahlt 500 € als Stammkapital ein und eröffnet das Konto bei Qonto (3 Monate kostenlos).

  • Notar (Beurkundung + HR-Anmeldung, Musterprotokoll, 500 €) — ~ 130 €

  • Handelsregister-Eintragung — 150 €

  • Bundesanzeiger — 3 €

  • Gewerbeanmeldung Berlin — 26 €

  • Geschäftskonto (3 Monate Promo) — 0 €

  • Buchhaltungssoftware (Norman, kostenlos) — 0 €

  • Stammkapital-Einzahlung (Einlage, kein Aufwand) — 500 €

Reale Out-of-Pocket-Kosten: rund 310 €. Allerdings: Sobald die UG eingetragen ist, gehen die 309 € Gründungskosten direkt vom Stammkapital ab — Jonas hat nach Gründung effektiv 191 € liquide Mittel in der UG. Genau deshalb empfehlen Praktiker, mit mindestens 1.000 € Stammkapital zu starten.


Beispielrechnung: UG mit 5.000 € Stammkapital und zwei Gesellschaftern

Sara und David gründen gemeinsam eine UG für ihr E-Commerce-Projekt. Sie zahlen je 2.500 € Stammkapital ein, nutzen das Musterprotokoll und lassen sich nur eine kurze Steuerberater-Erstberatung geben.

  • Notar (Beurkundung + HR-Anmeldung, Musterprotokoll, 5.000 €) — ~ 220 €

  • Handelsregister-Eintragung — 150 €

  • Bundesanzeiger — 3 €

  • Gewerbeanmeldung München — 50 €

  • Steuerberater Erstberatung (90 min) — 180 €

  • Geschäftskonto Einrichtung (3 Monate kostenlos) — 0 €

  • Stammkapital-Einzahlung gemeinsam — 5.000 €

Realistisch landen typische 2-Personen-UGs mit Musterprotokoll bei 500 – 800 € reinen Gebühren. Wer eine Holding-Struktur, ESOP oder Vesting-Klauseln braucht, sollte direkt zur GmbH oder zur UG mit individuellem Vertrag wechseln — der Notar-Aufschlag von ~400 € ist im Vergleich zu späteren Umstrukturierungskosten ein Schnäppchen.


Was kostet die UG nach der Gründung? Laufende Kosten ab Tag 1

Die Gründungsgebühren sind der einfache Teil. Eine UG ist im Unterhalt deutlich teurer als ein Einzelunternehmen oder eine freiberufliche Tätigkeit — Bilanzpflicht, doppelte Buchführung und monatliche UStVA sind nicht verhandelbar:

  • Buchhaltung & Jahresabschluss (Steuerberater, kleine UG) — 1.500 – 3.500 €

  • Buchhaltung mit Software (z. B. Norman) statt Steuerberater — 0 – 600 €

  • Geschäftskonto — 120 – 400 €

  • IHK-Beitrag (ab Jahr 5, normaler Gewinn) — 200 – 500 €

  • Veröffentlichung Jahresabschluss im Bundesanzeiger — 50 – 70 €

  • Berufshaftpflicht (branchenabhängig) — 200 – 1.500 €

  • Pflicht-Rücklage 25 % vom Gewinn (kein Aufwand, aber nicht entnehmbar) — variabel

Größter Hebel: Buchhaltung selbst machen statt komplett auslagern. Eine vollbetreute UG-Buchhaltung kostet 150 – 300 € pro Monat, der Jahresabschluss zusätzlich 800 – 2.500 €. Mit Software wie Norman erledigst du die laufende Buchhaltung selbst — der Steuerberater übernimmt nur noch den Jahresabschluss, oder du machst alles in einer Hand. Wer abwägt, sollte vorher unseren Vergleich Norman vs. Lexoffice lesen.


Versteckte Kosten, an die niemand denkt

Drei Kostenfallen tauchen in fast keinem Online-Rechner auf — und sind genau die Punkte, an denen UG-Gründer im ersten Jahr stolpern:

  • Geschäftsführergehalt vs. Gewinnausschüttung: Als Gesellschafter-Geschäftsführer brauchst du theoretisch ein „angemessenes" Gehalt, sonst wertet das Finanzamt Ausschüttungen als verdeckte Gewinnausschüttung. Praktisch zahlen UG-Gründer im ersten Jahr oft gar kein Gehalt, weil noch nichts verdient ist — Achtung: dann läuft die Krankenversicherung privat (rund 800 – 1.200 € monatlich) und du finanzierst dich aus Rücklagen.

  • Körperschaftsteuer + Soli + Gewerbesteuer: Auf den Gewinn der UG fallen 15 % Körperschaftsteuer + 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf + 14 – 17 % Gewerbesteuer (je nach Hebesatz) an — zusammen rund 30 % Belastung. Vor der 25 %-Rücklage. Das heißt: Von 10.000 € Gewinn bleiben nach Steuern etwa 7.000 €, davon gehen noch 1.750 € in die Pflichtrücklage — entnehmen kannst du höchstens 5.250 €. Rechne das vorab mit unserem Steuerrechner durch.

  • UStVA + Lohnsteuer + Bilanz: Eine UG muss in den ersten zwei Jahren monatlich Umsatzsteuervoranmeldung abgeben (danach abhängig von der Steuerlast), Lohnsteueranmeldungen für jeden Mitarbeiter, jährlich Bilanz und Gewinn-und-Verlust-Rechnung — keine einfache EÜR wie beim Einzelunternehmer mehr.


UG oder GmbH? Wann sich welche Form lohnt

Die Faustregel:

  • UG (haftungsbeschränkt): Wenig Startkapital, aber Haftungsbeschränkung gewünscht. Gut für Solopreneure mit kleinem Risiko-Setup oder als „Testballon", bevor du auf GmbH umfirmierst. Nachteil: Image im B2B-Bereich (manche Großkunden ziehen ungerne UG-Verträge), 25 %-Rücklagepflicht, höhere Gebühr-pro-Kapital-Quote.

  • GmbH: Du hast (oder leihst dir) 12.500 € Startkapital, planst ggf. Investorenrunden oder willst seriös wirken. Mehr Details im Detail-Artikel zur GmbH-Gründung.

  • Einzelunternehmen/Freiberufler: Wenn du allein arbeitest, keine Haftungsbegrenzung brauchst und kein Personal-Risiko hast. Gründungskosten: 0 – 65 €. Steuerlich oft günstiger bis ~80.000 € Gewinn — und keine Bilanzpflicht.

Eine UG ist besonders sinnvoll, wenn du (a) eine Haftungsbegrenzung brauchst, weil du Verträge mit Großkunden eingehst oder Mitarbeiter beschäftigst, und (b) innerhalb von wenigen Jahren auf 25.000 € Eigenkapital wachsen willst. Wer dauerhaft als Solopreneur arbeitet und keine Haftungssorgen hat, fährt mit dem Einzelunternehmen günstiger.


Fazit: Realistische Budgetplanung für deine UG

Plane für eine schlanke UG-Gründung mit Musterprotokoll 300 – 500 € Gründungskosten plus mindestens 500 – 1.000 € Stammkapital ein. Mit eigenem Vertrag und externer Beratung sind 1.500 – 3.000 € realistisch. Langfristig ist nicht die Gründungsgebühr der Kostenhebel, sondern die laufende Buchhaltung und die Pflichtrücklage. Wer seine UStVA, Buchhaltung und Bilanz mit Software statt mit Steuerberater erledigt, spart leicht 2.000 – 3.000 € pro Jahr — Geld, das du als UG-Gründer dringend für Wachstum und die 25 %-Rücklage brauchst.

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Norman gibt niemals finanzielle, rechtliche oder steuerliche Beratung.

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