Welche Berufe melden Freelancer in Deutschland wirklich an? Wir haben über 4.400 Anmeldungen aus 2025 analysiert

Peter, Mitgründer & CEO bei Norman
Peter, Mitgründer & CEO bei Norman

Peter

Aktualisiert am:

04.02.2026

IT-Freiberufler, die die Statistik der Berufswelt anführen
IT-Freiberufler, die die Statistik der Berufswelt anführen
IT-Freiberufler, die die Statistik der Berufswelt anführen

Wer sich in Deutschland selbstständig macht, muss sich als einen der ersten Schritte beim Finanzamt anmelden. Dabei beschreibt man seinen Beruf in eigenen Worten—keine Dropdown-Menüs, keine vorgegebenen Kategorien. Nur ein leeres Feld und das, was man selbst hineinschreibt.

Als Deutschlands größte Plattform für die Gewerbeanmeldung von Freelancern verarbeitet Norman jedes Jahr Tausende dieser Anmeldungen. Wir haben 4.423 Anmeldungen aus dem Jahr 2025 analysiert, um eine einfache Frage zu beantworten: Was tragen Menschen in Deutschland eigentlich ein, wenn sie sich selbstständig machen?

Die Ergebnisse zeigen eine Arbeitswelt, die sich deutlich von offiziellen Statistiken unterscheidet—geprägt von der Creator Economy, Gig-Plattformen und einem Beratungsboom, der von Life Coaching bis Immobilienberatung reicht.


Top 10 Tätigkeiten für Einzelunternehmer im Jahr 2025


Das Gesamtbild: Als was melden sich Deutsche an?

So verteilen sich die 4.423 Anmeldungen auf die Hauptkategorien:

Kategorie

Anmeldungen

Anteil

IT & Technologie

887

20,1%

Sonstige Dienstleistungen

551

12,5%

Marketing & Social Media

350

7,9%

Beratung & Coaching

346

7,8%

Transport & Logistik

339

7,7%

E-Commerce & Online-Geschäft

274

6,2%

Einzelhandel & Vertrieb

232

5,2%

Bau & Handwerk

176

4,0%

Design & Kreativ

175

4,0%

Reinigung & Gebäudeservice

155

3,5%

Gastronomie

144

3,3%

Alle anderen Kategorien

794

18,0%

🏆 IT & Technologie dominiert mit 20,1%—etwa jeder fünfte neue Freelancer arbeitet in der Tech-Branche. Aber die eigentlichen Geschichten zeigen sich erst beim Blick in die einzelnen Kategorien.


Die Creator Economy ist Realität: Jeder 3. Marketing-Freelancer ist Influencer

Die Marketing-Kategorie erzählt eine faszinierende Geschichte darüber, wie sich Arbeit verändert hat.

Ein Drittel der Freelancer im Marketing sind Content Creator.

Von den 350 Personen, die sich im Bereich Marketing & Social Media angemeldet haben:

📣 29,4% haben sich als Content Creator oder Influencer registriert.

Das sind 103 Menschen—fast jeder Dritte—die ihren Beruf als eine Variante von „Content Creator", „Influencer" oder „Twitch-Streamer" angegeben haben. Rechnet man die 31 Social Media Manager (8,9% der Kategorie) hinzu, baut über ein Drittel der Marketing-Freelancer ihre Karriere auf Plattformen wie Instagram, TikTok, YouTube und Twitch auf.

Die übrigen Anmeldungen verteilen sich auf traditionelle Marketing-Dienstleistungen (53,1%) und Digital-Marketing-Spezialisten (8,3%).


Die Gig-Economy zeigt sich: Lieferdienste und Rideshare

Transport & Logistik umfasst 339 Anmeldungen—7,7% aller Freelancer. Die Aufschlüsselung zeigt, wie plattformbasierte Gig-Arbeit diesen Sektor verändert hat.

Ein Drittel der Selbstständigen im Transportbereich ist Teil der Gig-Economy.


📬 18% haben sich als Lieferkuriere angemeldet. Das sind 61 Personen, die für Plattformen wie Lieferando, Wolt oder ähnliche Dienste arbeiten.


🚕 11,5% haben sich als Taxi- oder Rideshare-Fahrer registriert—39 Personen, die mit Diensten wie Uber oder Bolt arbeiten oder als selbstständige Taxifahrer unterwegs sind.

Zusammengenommen arbeiten fast 30% der Transport-Freelancer in app-basierten Gig-Economy-Jobs.

Der Rest arbeitet im allgemeinen Transport (37,8%), Fahrzeugtransport (21,5%) und in Logistik/Spedition (11,2%).


Alle sind Berater (und alle gleich häufig)

Beratung & Coaching umfasst 346 Anmeldungen. Auffällig ist, wie gleichmäßig sich die Spezialisierungen verteilen.

Consulting ist gleichmäßiger aufgeteilt

Beratungstyp

Anteil an der Kategorie

Life & Personal Coaching

12,43%

Finanzberatung

11,85%

Unternehmensberatung

10,69%

Immobilienberatung

7,51%

Life Coaches, Finanzberater und Unternehmensberater liegen alle bei etwa 11-12%—statistisch praktisch gleichauf. Immobilienberatung liegt mit 7,5% etwas dahinter.

Die restlichen 51,7% haben sich mit allgemeinen Beratungsbeschreibungen ohne spezifische Nische registriert.

Diese Häufung deutet darauf hin, dass Beratung zu einer Sammelkategorie für Fachleute geworden ist, die wissensbasierte Dienstleistungen in verschiedenen Bereichen anbieten.


Dropshipping: Jede 10. E-Commerce-Anmeldung

E-Commerce & Online-Geschäft zog 274 Anmeldungen an. Die große Mehrheit (78,8%) beschrieb sich als Betreiber eines Online-Shops. Aber ein bemerkenswerter Teil versucht sich am Dropshipping-Modell.

📦 10,6% haben sich explizit als Dropshipper angemeldet—29 Personen, die Geschäfte aufbauen, bei denen Produkte direkt vom Lieferanten zum Kunden versandt werden, ohne eigenes Lager.

Weitere 10,6% registrierten sich als Marktplatz-Verkäufer, die vermutlich auf Plattformen wie Amazon, eBay oder Etsy aktiv sind.


Was diese Daten zeigen

Diese Zahlen erfassen etwas, das offizielle Statistiken oft übersehen: wie Menschen ihre eigene Arbeit beschreiben, wenn niemand ihre Antwort vorgibt.

Die Daten zeigen eine deutsche Freelance-Wirtschaft, in der:

  • Tech dominant bleibt, mit jeder fünften Anmeldung in IT & Technologie

  • Die Creator Economy angekommen ist, mit Content Creators und Influencern, die fast ein Drittel der Marketing-Freelancer ausmachen

  • Gig-Plattformen den Transport umgestaltet haben, mit Lieferdiensten und Rideshare, die 30% der Kategorie ausmachen

  • Beratung zur universellen Kategorie geworden ist, mit Life Coaches so häufig wie Finanzberater

  • Neue Geschäftsmodelle Mainstream sind, mit Dropshipping bei über 10% der E-Commerce-Anmeldungen


Was ist Norman?

Norman ist Deutschlands größte Plattform für die steuerliche Anmeldung von Freelancern und hilft Selbstständigen bei der Anmeldung beim Finanzamt und der Verwaltung ihrer steuerlichen Pflichten.

Bereit, dich als Freelancer in Deutschland anzumelden? Mit Norman meldest du dich in wenigen Minuten beim Finanzamt an—egal ob du Content Creator, Berater, Entwickler oder etwas ganz anderes bist.


Methodik

Diese Analyse basiert auf 4.423 Freelancer-Anmeldungen, die 2025 über Norman verarbeitet wurden. Bei der Anmeldung beim Finanzamt beschreiben Nutzer ihren Beruf in einem Freitextfeld. Wir haben diese Beschreibungen nach einheitlichen Kriterien kategorisiert und dabei 174 ungültige oder leere Einträge ausgeschlossen (z.B. „Ich bin noch Schüler" oder unvollständige Antworten).

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Norman gibt niemals finanzielle, rechtliche oder steuerliche Beratung.

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