GmbH gründen Kosten 2026: Was eine GmbH wirklich kostet (mit Beispielrechnung)

Diana
Aktualisiert am:

Eine GmbH zu gründen kostet 2026 typischerweise zwischen 700 € und 1.200 € an reinen Gründungsgebühren — plus 25.000 € Stammkapital, von denen mindestens 12.500 € auf das Geschäftskonto eingezahlt werden müssen. Die meisten Gründer landen bei rund 900 €, wenn sie das Musterprotokoll nutzen, und bei 1.500 € bis 2.500 €, sobald ein eigener Gesellschaftsvertrag und Beratung dazukommen. Hier ist die ehrliche Kostenaufstellung — ohne Werbeversprechen und mit den Posten, die Online-Rechner gerne vergessen.
Die Gesamtkosten auf einen Blick
Die Kosten teilen sich in drei Blöcke: einmalige Gründungsgebühren, das Stammkapital (kein Aufwand, sondern eine Einlage in dein eigenes Unternehmen) und laufende Kosten ab Tag 1.
Notarkosten Beurkundung — ~ 200 € — ~ 500 – 800 €
Notarkosten Anmeldung HR — ~ 100 € — ~ 100 – 200 €
Handelsregister-Eintragung — 150 € — 150 €
Veröffentlichung im Bundesanzeiger — ~ 1 – 5 € — ~ 1 – 5 €
Gewerbeanmeldung — 15 – 65 € — 15 – 65 €
IHK-Pflichtbeitrag (im 1. Jahr) — 0 € — 0 €
Beratung (Steuerberater/Anwalt) — 0 € — 500 – 2.000 €
Dazu kommt das Stammkapital von 25.000 €. Davon müssen bei Gründung mindestens 12.500 € eingezahlt sein, sonst trägt der Notar die Anmeldung nicht beim Handelsregister ein. Das Geld gehört aber weiterhin dir bzw. der GmbH — du darfst es ab Tag 1 für Büromiete, Laptop, Marketing oder Gehälter ausgeben.
Buchhaltung ab Tag 1 — ohne Steuerberater-Rechnung von 200 € im Monat
Mit der Gründung beginnt die Pflicht zur doppelten Buchführung, UStVA und Bilanz. Norman übernimmt das automatisch: Belege fotografieren, Bank verbinden, Reports und UStVA entstehen automatisch. Speziell für GmbHs und UGs.
Die einzelnen Kostenposten im Detail
1. Notarkosten — der größte variable Block
Die Beurkundung des Gesellschaftsvertrags und die Anmeldung beim Handelsregister müssen zwingend ein Notar erledigen. Die Gebühren richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) und sind bundesweit identisch — egal ob du in München, Leipzig oder Flensburg gründest.
Der Streitwert (oft auch „Geschäftswert") richtet sich beim Stammkapital von 25.000 € nach genau diesem Wert. Daraus ergibt sich:
Beurkundung Gesellschaftsvertrag mit Musterprotokoll, 1 Gesellschafter: 0,5 Gebühr nach KV 21201, ca. 125 € netto + Auslagen → rund 200 € brutto
Beurkundung Gesellschaftsvertrag mit Musterprotokoll, 2-3 Gesellschafter: 1,0 Gebühr → rund 250 € brutto
Beurkundung mit eigenem (individuellem) Gesellschaftsvertrag: 2,0 Gebühr → 500 – 800 € brutto, je nach Komplexität
Anmeldung beim Handelsregister: 0,5 Gebühr, ca. 60 – 100 € + Mehrkosten für Geschäftsführer-Anmeldungen
XML-Versand, Beglaubigungen, Auslagen: rund 30 – 80 €
Faustregel: Mit Musterprotokoll bleibst du beim Notar unter 350 €. Mit eigenem Vertrag liegst du eher bei 700 – 1.000 €. Lass dir unbedingt einen Kostenvoranschlag geben — der Notar muss ihn schriftlich liefern.
2. Handelsregister: 150 € pauschal
Die Eintragung beim Handelsregister kostet seit der Gebührenanpassung pauschal 150 € — egal wie hoch dein Stammkapital ist. Bezahlt wird nicht direkt, sondern per Vorschuss-Anforderung des Amtsgerichts. Du erhältst eine Rechnung etwa zwei Wochen nach Notartermin.
3. Bundesanzeiger: 1 – 5 €
Die Veröffentlichung der Eintragung im Bundesanzeiger ist Pflicht und kostet nur ein paar Euro. Wird automatisch über das Handelsregister abgewickelt. Später, ab dem ersten Geschäftsjahr, kommt die Pflicht zur Offenlegung deines Jahresabschlusses dazu — auch hier sind die Veröffentlichungskosten gering (rund 50 – 70 € pro Jahr für kleine GmbHs).
4. Gewerbeanmeldung: 15 – 65 €
Auch eine GmbH muss ein Gewerbe anmelden — das macht der Geschäftsführer beim Gewerbeamt der Gemeinde, in der die GmbH ihren Sitz hat. Die Gebühr variiert je Gemeinde: Berlin nimmt 26 €, München 50 €, kleinere Gemeinden oft nur 15 – 20 €. Die Anmeldung dauert 5 Minuten, einen Termin brauchst du meist nicht.
5. Stammkapital: 25.000 € (mind. 12.500 € bei Gründung)
Das Stammkapital ist kein Kostenposten, sondern eine Einlage in dein eigenes Unternehmen. Du zahlst es auf das frisch eröffnete Geschäftskonto der GmbH („in Gründung", kurz „i. G.") ein. Sobald das Geld auf dem Konto ist, schickt der Notar die Anmeldung ans Handelsregister.
Wichtig: Du darfst das Geld nach der Eintragung sofort wieder verwenden — für Büromiete, Software, Laptop, Marketing oder Gehälter. Du musst die 25.000 € nicht „blockiert" liegen lassen. Die einzige Pflicht: Kein „Hin- und Herzahlen" zur Umgehung der Einzahlungspflicht (sog. „verdeckte Sacheinlage").
Wer keine 12.500 € parat hat, sollte die Unternehmergesellschaft (UG) in Betracht ziehen. Die geht ab 1 € Stammkapital — mit dem Nachteil, dass 25 % der Jahresgewinne in eine Rücklage müssen, bis du auf 25.000 € kommst und in eine GmbH umfirmierst. Mehr dazu in unserem Vergleich der Gesellschaftsformen.
6. IHK-Pflichtbeitrag
Jede GmbH ist Pflichtmitglied der IHK. Im ersten Geschäftsjahr sind Existenzgründer beitragsfrei, wenn der Gewinn unter 25.000 € liegt. Auch im zweiten bis vierten Jahr gibt es Erleichterungen. Ab dem fünften Jahr zahlst du den Grundbeitrag (je nach IHK 150 – 350 €) plus eine Umlage von ca. 0,15 % deines Gewerbeertrags.
7. Bankkonto und Geschäftskonto
Eine GmbH braucht ein separates Geschäftskonto auf den Firmennamen — Privatkonten sind bei Kapitalgesellschaften nicht zulässig. Online-Banken wie Qonto, Finom oder Holvi liegen bei 9 – 25 € pro Monat, klassische Filialbanken (Commerzbank, Deutsche Bank, Sparkasse) bei 15 – 35 €. Manche Banken verlangen Einrichtungsgebühren von 0 – 100 €, viele Online-Banken haben 6 Monate kostenlos.
Praxis-Tipp: Eröffne das Konto vor dem Notartermin. Du brauchst die Kontoverbindung für die Stammkapital-Einzahlung, und der Notar wartet sonst auf den Einzahlungsbeleg, bevor er die HR-Anmeldung freigibt.
Beispielrechnung: Solo-GmbH mit Musterprotokoll
Maria gründet allein eine GmbH für ihre IT-Beratung. Sie nutzt das Musterprotokoll, eröffnet ihr Geschäftskonto bei Qonto (3 Monate kostenlos) und braucht keinen Anwalt.
Notar (Beurkundung + HR-Anmeldung) — 312 €
Handelsregister-Eintragung — 150 €
Bundesanzeiger — 3 €
Gewerbeanmeldung Berlin — 26 €
Geschäftskonto (3 Monate Promo) — 0 €
Buchhaltungssoftware (Norman, kostenlos) — 0 €
Stammkapital-Einzahlung (Einlage, kein Aufwand) — 12.500 €
Reale Gründungskosten: unter 500 €. Das Stammkapital ist kein „verlorenes" Geld — Maria nutzt davon im ersten Quartal 4.000 € für Laptop, Software-Lizenzen und Marketing.
Beispielrechnung: 2-Gesellschafter-GmbH mit eigenem Vertrag und Steuerberater
Tom und Lisa gründen gemeinsam eine GmbH für ihre Marketing-Agentur. Sie wollen einen eigenen Gesellschaftsvertrag mit Vesting-Klausel und Drag-Along-Rechten und holen sich einen Anwalt und Steuerberater dazu.
Anwalt (Vertragsentwurf) — 1.500 €
Steuerberater (Beratung Gesellschafterstruktur) — 500 €
Notar (Beurkundung + HR-Anmeldung, individueller Vertrag) — 950 €
Handelsregister — 150 €
Bundesanzeiger — 3 €
Gewerbeanmeldung München — 50 €
Geschäftskonto Einrichtung — 0 €
Stammkapital-Einzahlung gemeinsam — 12.500 €
Realistisch landen ambitionierte Gründungen mit individuellem Vertrag bei 2.500 – 4.000 € reinen Gebühren. Wer eine Beteiligungsstruktur, ESOP/VSOP oder eine Holding plant, sollte die Beratung nicht weglassen — ein verkorkster Vertrag kostet bei späteren Investorenrunden ein Vielfaches.
Was kostet die GmbH danach? Laufende Kosten ab Tag 1
Die Gründungsgebühren sind nur der Anfang. Eine GmbH ist deutlich teurer im Unterhalt als ein Einzelunternehmen oder eine freiberufliche Tätigkeit:
Buchhaltung & Jahresabschluss (Steuerberater, kleine GmbH) — 1.500 – 4.000 €
Buchhaltung mit Software (z. B. Norman) statt Steuerberater — 0 – 600 €
Geschäftskonto — 120 – 400 €
IHK-Beitrag (ab Jahr 5, normaler Gewinn) — 200 – 500 €
Veröffentlichung Jahresabschluss im Bundesanzeiger — 50 – 70 €
D&O-Versicherung (optional, empfohlen) — 300 – 800 €
Berufshaftpflicht (branchenabhängig) — 200 – 1.500 €
Größter Hebel: Buchhaltung selbst machen statt Steuerberater. Eine vollbetreute GmbH-Buchhaltung kostet 200 – 400 € pro Monat, der Jahresabschluss zusätzlich 1.000 – 3.000 €. Mit Software wie Norman erledigst du die laufende Buchhaltung selbst — der Steuerberater übernimmt nur noch den Jahresabschluss (oft für 800 – 1.500 €) oder du machst gleich alles in der Software. Mehr dazu in unserem Vergleich Norman vs. Lexoffice.
Versteckte Kosten, an die niemand denkt
Es gibt drei Kostenfallen, die in fast jedem Online-Rechner fehlen — und die zusammen schnell vierstellig werden:
Geschäftsführergehalt vs. Gewinnausschüttung: Als Gesellschafter-Geschäftsführer brauchst du ein „angemessenes" Gehalt, sonst unterstellt das Finanzamt eine verdeckte Gewinnausschüttung. Untergrenze meist 36.000 – 48.000 € pro Jahr — und auf das Gehalt fallen Sozialversicherungsbeiträge (oder Krankenversicherung als Selbstständiger, ca. 800 – 1.200 € monatlich) an.
Körperschaftsteuer + Soli + Gewerbesteuer: Auf den Gewinn der GmbH fallen 15 % Körperschaftsteuer + 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf + 14 – 17 % Gewerbesteuer (je nach Hebesatz) an — zusammen rund 30 % Belastung. Schüttest du den Restgewinn an dich aus, kommen 25 % Kapitalertragsteuer obendrauf. Rechne das mit unserem Steuerrechner durch, bevor du gründest.
UStVA + Lohnsteuer + Bilanz: Eine GmbH muss monatlich UStVA abgeben (im ersten Jahr immer monatlich), Lohnsteueranmeldungen für jeden Mitarbeiter, jährlich Bilanz und Gewinn-und-Verlust-Rechnung — keine einfache EÜR wie beim Einzelunternehmer mehr.
GmbH oder UG? Wann sich welche Form lohnt
Die Faustregel ist simpel:
GmbH: Du hast (oder kannst dir leihen) 12.500 € Startkapital, planst Investorenrunden oder willst „seriös" wirken (B2B-Großkunden achten darauf). Höhere Eintrittshürde, aber sofort vollwertig.
UG (haftungsbeschränkt): Du hast wenig Kapital, willst aber eine Kapitalgesellschaft mit Haftungsbeschränkung. Ab 1 € möglich, realistisch 500 – 1.000 €. Pflicht zur Bildung einer Rücklage von 25 % des Jahresgewinns, bis du 25.000 € erreichst.
Einzelunternehmer/Freiberufler: Wenn du allein arbeitest, keine Investoren brauchst und kein Personal-Risiko hast. Gründungskosten: 0 – 65 €. Steuerlich oft günstiger bis ~80.000 € Gewinn.
Tipp: Lies unseren detaillierten Vergleich auf der GmbH-Seite und vergleiche ehrlich, ob die Kapitalgesellschaft wirklich Sinn macht oder ob ein Einzelunternehmen für die ersten Jahre ausreicht.
Fazit: Realistische Budgetplanung
Plane für eine schlanke GmbH-Gründung mit Musterprotokoll und ohne externe Beratung 500 – 800 € Gründungskosten plus 12.500 € einzahlbares Stammkapital ein. Mit eigenem Vertrag und Profi-Beratung sind 2.000 – 4.000 € realistisch. Die laufenden Kosten — vor allem die Buchhaltung — sind langfristig der größere Hebel als die einmaligen Gründungsgebühren. Wer seine UStVA, EÜR-Alternative (Bilanz) und Lohnabrechnung mit Software statt mit Steuerberater erledigt, spart leicht 2.000 – 4.000 € pro Jahr.